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Der Brautstrauß

Er ist das einzige Stück des Outfits, das ihr in der Hand haltet - und auf jedem Foto liegt er genau vor dem Kleid. Zwei Dinge entscheiden deshalb mehr als die Blumensorte: die Form, die zum Kleid passt, und das Gewicht, das ihr stundenlang tragt.

Ein locker gebundener Brautstrauß aus hellen Rosen und Grün, gehalten vor einem cremefarbenen Kleid.

Kurz zusammengefasst

  • Der Strauß wird über Stunden getragen - Gewicht vorher testen
  • Er liegt auf jedem Foto vor dem Kleid und muss dazu passen
  • Blumen der eigenen Saison sind günstiger und halten länger
  • Trockenblumen können Monate vorher fertig sein und bleiben danach
  • Ansteckblumen für Bräutigam, Trauzeugen und Väter mitbestellen
  • Wer den Strauß behalten will, lässt einen kleineren Wurfstrauß binden

Ihr tragt ihn stundenlang

Der am häufigsten übersehene Punkt, und der einzige, den man in fünf Sekunden prüfen kann. Ein Brautstrauß wird nicht für ein Foto gehalten, sondern beim Einzug, während der gesamten Zeremonie, bei den Gratulationen und danach immer wieder - in Summe über Stunden, meist mit angewinkeltem Arm.

Ein üppiger Wasserfallstrauß mit dichter Steckmasse bringt schnell mehrere Kilo auf die Waage. Das merkt man im Blumenladen nicht, wenn man ihn kurz anschaut - aber nach zwanzig Minuten in der Kirche sehr wohl.

Der Ein-Minuten-Test

Nehmt bei der Beratung einen vergleichbaren Strauß in die Hand und haltet ihn eine Minute lang so, wie ihr ihn tragen werdet. Eine Minute fühlt sich lang an - und sagt euch mehr über den Hochzeitstag als jedes Musterfoto.

Die Formen und was sie verlangen

FormWirkungWas sie verlangt
Rundstraußkompakt, gebunden, klassischunkompliziert, hält lange, verträgt Hitze am besten
Wasserfallnach unten auslaufend, sehr festlichschwer und aufwendig, braucht ein Kleid, das ihn trägt
Wilder Straußlocker, asymmetrisch, wie gepflücktder Boho- und Vintage-Klassiker, verzeiht Lücken
Trockenblumenstraußsaisonunabhängig, hält JahreMonate vorher fertig, hitzefest, bleibt nach der Hochzeit

Die Wahl hängt weniger am Geschmack als am Kleid. Ein schmales, schlichtes Kleid verträgt einen großen, wilden Strauß gut - er setzt den Akzent. Ein üppiges Kleid mit viel Stoff und Applikationen wird von einem großen Strauß erschlagen; dort wirkt ein kompakter Rundstrauß besser.

Für Feiern im Freien im Hochsommer gilt zusätzlich: Der Rundstrauß hält Hitze am besten aus, weil er dicht gebunden ist und die Blüten sich gegenseitig stützen. Lockere Sträuße lassen bei dreißig Grad schneller die Köpfe hängen - es sei denn, sie bestehen aus Trockenblumen, denen Hitze nichts anhaben kann.

Blumen, die es in eurem Monat gibt

Die wichtigste Frage an die Floristin lautet nicht „was gibt es“, sondern „was hat in unserem Hochzeitsmonat hier Saison“. Es gibt fast alles - nur kostet Importware mehr und hält kürzer.

Grob: Pfingstrosen im Mai, Rosen und Wiesenblumen im Sommer, Dahlien und Astern im Herbst, im Winter Grün, Zweige und Trockenblumen. Der vollständige Kalender mit der wichtigen Unterscheidung zwischen Freilandsaison und Gewächshausware steht bei den Blumen nach Saison.

Bringt zur Beratung drei Fotos statt einer Sortenliste mit und sagt, welche Farben ihr wollt. Dann kann euch jemand das Beste geben, was in eurer Woche am Markt ist - statt eine Liste abzuarbeiten, die im Winter geschrieben wurde.

Was zum Kleid passt

Der Strauß ist auf den meisten Fotos direkt vor dem Kleid. Drei Dinge sollten deshalb zusammenpassen:

  • Der Weißton. Reinweiße Blüten vor einem cremefarbenen Kleid wirken, als wäre das Kleid vergilbt. Nehmt ein Stoffmuster oder ein Foto des Kleides zur Floristin mit.
  • Die Größe. Der Strauß soll das Kleid nicht verdecken - besonders wenn es ein Detail hat, das ihr zeigen wollt.
  • Der Stil. Ein streng gebundener Rundstrauß zu einem Boho-Kleid wirkt fremd, ein wilder Strauß zu einem strengen Etuikleid ebenso.

Wer in Tracht heiratet, wählt meist kleiner und kompakter - ein großer Strauß konkurriert mit der Schürze und dem Mieder.

Am Hochzeitstag

Vier Kleinigkeiten, die am Morgen niemand mehr lösen kann:

  • Wer holt den Strauß ab? Nicht die Braut - sie ist beim Styling. Bestimmt eine Person und eine Uhrzeit.
  • Wo steht er bis zur Trauung? Kühl und schattig, in Wasser, wenn die Floristin es sagt. Nicht im Auto in der Sonne.
  • Ansteckblumen mitbestellt? Bräutigam, Trauzeugen, oft die Väter. Das wird regelmäßig vergessen.
  • Wer hält ihn während der Zeremonie? Meist die Trauzeugin, spätestens beim Ringtausch. Sagt es ihr vorher.

Das Werfen - und die Alternative

Das Werfen des Straußes ist ein Brauch, kein Pflichtprogramm. Wer ihn nicht mag, lässt ihn weg, und niemand vermisst ihn.

Wer werfen will, aber den Strauß behalten möchte, lässt einen kleineren Wurfstrauß binden - das ist verbreitet, kostet wenig und löst das Problem vollständig. Sagt es bei der Bestellung dazu.

Und für alle, die den Strauß aufheben wollen: Trocknen funktioniert am besten kopfüber an einem dunklen, luftigen Ort - direkte Sonne bleicht die Farben aus. Bei einem Strauß aus Trockenblumen entfällt das ohnehin, er ist schon fertig.

Häufige Fragen

Welche Blumen passen in den Brautstrauß?
Am besten die, die in eurem Hochzeitsmonat Saison haben - sie sind günstiger, halten länger und sehen abends noch frisch aus. Pfingstrosen gehen im Mai, Rosen und Wiesenblumen im Sommer, Dahlien und Astern im Herbst, im Winter tragen Grün, Zweige und Trockenblumen. Der ganze Kalender steht bei den Blumen nach Saison.
Wie schwer darf ein Brautstrauß sein?
Leichter, als die meisten erwarten. Ihr tragt ihn beim Einzug, während der ganzen Zeremonie, bei den Gratulationen und auf jedem Foto - über Stunden. Ein üppiger Wasserfallstrauß kann mehrere Kilo wiegen. Nehmt ihn bei der Beratung in die Hand und haltet ihn eine Minute lang, bevor ihr euch entscheidet.
Wann bestellt man den Brautstrauß?
Zwei bis drei Monate vorher genügen für frische Blumen, die Floristin bindet ihn am Vortag oder am Morgen. Ein Trockenblumenstrauß kann Monate vorher fertig sein - das ist sein größter organisatorischer Vorteil.
Was kostet ein Brautstrauß?
Das hängt fast vollständig an Größe, Form und Saison. Ein kompakter Rundstrauß aus Saisonblumen liegt deutlich unter einem aufwendigen Wasserfallstrauß aus importierten Sorten. Fragt bei der Floristin nach einem Preis für zwei Varianten - der Unterschied überrascht oft.
Muss der Brautstrauß zum Anstecker des Bräutigams passen?
Er sollte, und die meisten Floristinnen machen den Anstecker aus denselben Blumen. Sagt beim Bestellen dazu, wie viele Ansteckblumen ihr braucht - Bräutigam, Trauzeugen, oft auch die Väter. Das wird regelmäßig vergessen und ist am Morgen dann nicht mehr zu lösen.
Wirft man den Brautstrauß noch?
Viele tun es, viele nicht. Wer den Strauß behalten will, lässt einen kleineren Wurfstrauß binden - das ist verbreitet und kostet wenig. Wer das Werfen ganz weglässt, verpasst nichts: Es ist ein Brauch, kein Programmpunkt, den Gäste erwarten.