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Hochzeitslocations in Vorarlberg

Der Bodensee im Westen, das Montafon im Süden, dazwischen Rheintal und Bregenzerwald: Vorarlberg ist klein genug, dass Seeufer und Bergkulisse am selben Tag erreichbar sind. Wer hier heiratet, fragt am besten als Erstes nach einem Samstagstermin - der ist das knappste Gut im Land.

Brautpaar steht im Abendlicht auf einem Holzsteg am Bodensee, dahinter die Berge im Dunst.

Kurz zusammengefasst

  • Nur wenige Standesämter bieten überhaupt einen Samstagstermin an - keines jeden Samstag
  • Der Trauungsraum kostet meist nichts, sonst 54 bis 122 Euro
  • Anmeldung frühestens sechs Monate vor dem Termin, so lange gilt das Aufgebot
  • Bregenz traut auch auf den Schiffen der Vorarlberg Lines und im Martinsturm
  • Das Jonas-Schlössle in Götzis ist Paaren aus vier Gemeinden vorbehalten
  • Ob draußen getraut wird, entscheidet jedes Amt selbst - Au schließt es aus
  • Schloss Amberg führt derzeit keine standesamtlichen Trauungen durch

Das genaueste Trauraum-Verzeichnis Österreichs

Die Landesgruppe des Standesbeamten-Fachverbands gibt gemeinsam mit den Vorarlberger Standesämtern eine Broschüre heraus, die es in dieser Form sonst nirgends gibt. „Heiraten in Vorarlberg“ listet in der Ausgabe vom Jänner 2026 jedes Standesamt des Landes mit seinen Trauräumen auf - und zwar mit Anschrift, Stockwerk, Barrierefreiheit, Zahl der Sitz- und Stehplätze, vorhandener Musikanlage, Blumenschmuck, Parkmöglichkeiten und Kosten.

Tirol hat ein Gegenstück, aber das stammt aus dem Jänner 2013. Vorarlberg pflegt seines weiter, und das macht es zum einzigen aktuellen landesweiten Verzeichnis dieser Art in Österreich. Wer wissen will, ob im Trauraum von Lech ein Lift ist oder wie viele Gäste in Schruns hineinpassen, findet die Antwort dort, nicht auf einer Hochzeitsseite.

Was daraus folgt

Die Trauung und die Feier sind in Vorarlberg konsequenter getrennt als anderswo. Der Amtsteil findet in einem kleinen, gut dokumentierten und meist kostenlosen Raum statt - gefeiert wird danach woanders. Wer beides am selben Ort will, muss gezielt nach einem Amt suchen, das das anbietet.

Das Samstagsproblem

In Wien kostet der Samstag Aufschlag, in Krems 120 Euro extra, in Klagenfurt 629,20 Euro. In Vorarlberg ist er vielerorts schlicht nicht zu haben - und das ist die praktisch wichtigste Eigenheit dieses Bundeslandes.

Wo es überhaupt geht, geht es eng begrenzt:

  • Hohenems - jeweils am ersten Samstag im Monat, 8 bis 11 Uhr
  • Satteins - am zweiten Samstag eines Monats, Uhrzeit nach Vereinbarung
  • Dornbirn - einmal monatlich von April bis September, an einem vom Standesamt vorbestimmten Samstagvormittag
  • Lech am Arlberg, Nenzing, Mittelberg und Thüringen - Samstag nach Vereinbarung beziehungsweise auf Anfrage

Andere Ämter schreiben das Gegenteil ausdrücklich hin. Au, Bezau, Egg, Hittisau, Hörbranz und Wolfurt vermerken, dass an Samstagen, Sonn- und Feiertagen keine Trauungen möglich sind. Bei der Mehrzahl der übrigen stehen schlicht Zeiten von Montag bis Freitag - meist vormittags von neun bis elf und nachmittags von zwei bis vier.

Für die Planung heißt das: In Vorarlberg wird der Amtstermin oft unter der Woche gelegt und die Feier auf den Samstag. Das ist kein Notbehelf, sondern die übliche Lösung - rechtlich hängen Trauung und Fest ohnehin nicht zusammen. Wer beides am selben Tag will, sucht sich das Amt nach dem Termin aus, nicht nach dem Ort.

Warum der Trauungsraum fast nichts kostet

Die häufigste Kostenangabe im Landesverzeichnis lautet „keine zusätzlichen Kosten“. Das gilt für den Trauraum in Lech ebenso wie für den in Altach oder Alberschwende. Wo überhaupt etwas verrechnet wird, bewegt es sich in einer Größenordnung, die anderswo für eine Urkunde aufgerufen wird:

  • Hittisau - 54,00 Euro für den Mehrzweckraum im Feuerwehr- und Kulturhaus, der Trauraum der Gemeinde selbst kostet nichts
  • Höchst - 71,50 Euro Raummiete für den Alemannensaal in der Alten Schule, 122,40 Euro für den Franz-Reiter-Saal im Sozialzentrum
  • Egg - 125,00 Euro inklusive Umsatzsteuer für den Sitzungssaal im Gemeindehaus

Nach oben hin ausreißend sind die beiden Säle in Schwarzenberg: 300 Euro zuzüglich Umsatzsteuer für den Raum im Angelika-Kauffmann-Saal mit sonniger Terrasse, 450 Euro zuzüglich Umsatzsteuer für den Kleinen Dorfsaal mit bis zu 100 Sitzplätzen. Selbst das bleibt unter dem, was Wien für eine Traumhochzeit verlangt.

Die bundesweiten Beträge kommen wie überall dazu - 74 Euro für die Ermittlung der Ehefähigkeit, 5,45 Euro für die Trauung im Amtsraum, 2,10 Euro für die Niederschrift. Was das Land für Amtshandlungen außerhalb des Amtes verlangt, richtet sich nach § 77 AVG und wird pro entsandtem Amtsorgan pauschaliert. Die Zusammensetzung steht bei den Kosten des Standesamts.

Wenn der Ort nur für Einheimische ist

Eine Einschränkung, die es so kaum ein zweites Mal gibt: Das Jonas-Schlössle in Götzis, einer der beiden Trauungsorte des dortigen Standesamtsverbands, steht laut Betreiber Brautpaaren mit Hauptwohnsitz in den Gemeinden Götzis, Altach, Koblach und Mäder zur Verfügung.

Das ist keine Schikane, sondern die Logik des Standesamtsverbands: Der Verband gehört diesen Gemeinden, und der Vorzugsort geht an deren Einwohner. Für alle anderen bedeutet es, dass der Ort früh abzuklären ist - und dass Vorarlberg generell ein Bundesland ist, in dem sich die Frage „dürfen wir hier überhaupt?“ vor der Frage „ist der Termin frei?“ stellt.

Ein Ort, zwei Auskünfte

Bei Schloss Amberg in Feldkirch stehen zwei aktuelle Quellen gegeneinander, und das gehört gesagt statt geglättet.

Das Landesverzeichnis vom Jänner 2026 führt Schloss Amberg als Alternative zum Trauungsraum Villa Claudia des Standesamts Feldkirch, ausdrücklich samt Schlossgarten für Gartentrauungen, und verweist für die Kosten an den Betreiber. Auf der Website des Schlosses selbst steht dagegen: Bis auf Weiteres würden auf Schloss Amberg keine standesamtlichen Trauungen durchgeführt oder reserviert. Freie Trauungen bietet das Haus an, im Schlossgarten unter der Weinlaube, mit Bankettbestuhlung für rund 70 Personen und einer bewussten Obergrenze bei 100.

Wer dort heiraten will, klärt das also in beide Richtungen ab, beim Standesamt Feldkirch und beim Schloss - und verlässt sich nicht darauf, dass eine Broschüre und ein Betrieb dasselbe sagen.

Vom Bodensee ins Montafon

Vorarlberg ist klein, aber in sich sehr verschieden. Vom Bodenseeufer bis ins hinterste Montafon fährt man gut eine Stunde, und dazwischen liegen vier Gegenden mit eigenem Charakter.

Der Bodensee um Bregenz, Hard und Lochau ist die Region mit Wasser, Schiffen und der besten Erreichbarkeit - Bahnhof, Autobahn, und mit dem Gebhardsberg eine Burg über der Stadt. Das Rheintal von Dornbirn bis Feldkirch ist der dicht besiedelte Streifen mit den meisten Sälen und den kürzesten Wegen für Gäste aus der Schweiz und aus Deutschland.

Der Bregenzerwald ist die Gegend, für die Vorarlberg architektonisch bekannt ist: Holzbau, klare Formen, Gasthäuser mit langer Geschichte und moderner Küche. Und die Täler im Süden - Großes Walsertal, Montafon, Arlberg - sind die stillsten und höchsten. Die Propstei St. Gerold im Großen Walsertal ist dafür das deutlichste Beispiel: ein über tausend Jahre altes Klosteranwesen, das seit 2026 auch standesamtliche Trauungen ermöglicht, mit Räumen für bis zu 100 Personen und 63 Betten im Haus.

Häuser vom Bodensee bis ins Montafon

Nur ein Teil der Häuser nennt die standesamtliche Trauung vor Ort ausdrücklich. Die Amtsräume der Standesämter selbst stehen dafür vollständig im Landesverzeichnis - mit Sitzplatzzahl und Ausstattung.

Hochzeitslocations in Vorarlberg
Location Ort Art Gäste Trauung vor Ort Übernachtung
Burgrestaurant Gebhardsberg 6900 Bregenz Eventlocation - frei, kirchlich -
H an der Ach 6951 Lingenau Eventlocation 220 frei ja
Hotel Der Berghof 6764 Lech am Arlberg Hotel - standesamtlich, frei ja
Jonas-Schlössle 6840 Götzis Eventlocation - standesamtlich -
Palast zu Hohenems 6845 Hohenems Schloss 70 standesamtlich -
Propstei St. Gerold 6722 St. Gerold Eventlocation 100 standesamtlich, frei, kirchlich ja
Schloss Amberg 6800 Feldkirch Schloss 70 frei -
Villa Falkenhorst 6712 Thüringen Schloss - standesamtlich, frei -
Vorarlberg Lines, Schiffscharter Bregenz Eventlocation - standesamtlich -

Die Gästezahl ist überall die höchste, die der Betrieb selbst nennt. Ein Strich heißt: Der Betrieb macht dazu keine Angabe. Fragt in dem Fall direkt nach - die Antwort entscheidet oft, ob ein Haus überhaupt in Frage kommt.

Häufige Fragen

Kann man in Vorarlberg am Samstag standesamtlich heiraten?
Nur an wenigen Standesämtern, und nirgends jeden Samstag. Hohenems traut am ersten Samstag im Monat von 8 bis 11 Uhr, Satteins am zweiten Samstag, Dornbirn einmal monatlich von April bis September an einem vom Amt vorbestimmten Samstagvormittag. Lech am Arlberg, Nenzing, Mittelberg und Thüringen nennen Samstagstermine nach Vereinbarung. Andere Ämter schließen Samstage ausdrücklich aus, etwa Au, Bezau, Egg, Hittisau, Hörbranz und Wolfurt.
Was kostet der Trauungsraum in Vorarlberg?
An den meisten Standesämtern gar nichts - „keine zusätzlichen Kosten" ist die häufigste Angabe im Landesverzeichnis. Wo etwas verrechnet wird, sind die Beträge klein: Hittisau nennt 54 Euro für den Mehrzweckraum im Feuerwehr- und Kulturhaus, Höchst 71,50 Euro für den Alemannensaal und 122,40 Euro für den Franz-Reiter-Saal. Die Ausnahmen nach oben sind die Säle in Schwarzenberg mit 300 und 450 Euro zuzüglich Umsatzsteuer.
Wie früh kann man sich in Vorarlberg zur Hochzeit anmelden?
Frühestens sechs Monate vor dem Termin - so lange ist das Aufgebot gültig. Bregenz weist ausdrücklich darauf hin. Bei der Anmeldung werden Personaldaten aufgenommen, die Namensführung bestimmt, Trauungstermin und -ort festgelegt, der Ablauf besprochen und die Gebühren bezahlt.
Kann jedes Paar im Jonas-Schlössle in Götzis heiraten?
Nein. Das Jonas-Schlössle steht Brautpaaren mit Hauptwohnsitz in den Gemeinden Götzis, Altach, Koblach und Mäder zur Verfügung. Wer auswärts wohnt, sollte die Nutzung vorab klären, statt den Ort einzuplanen.
Kann man in Vorarlberg auf einem Schiff heiraten?
Ja. Der Standesamtsverband Bregenz führt Sondertrauungen unter anderem auf den Schiffen der Vorarlberg Lines. Sechs Schiffe stehen zur Miete, darunter MS Sonnenkönigin, MS Austria und MS Vorarlberg. Weitere Sondertrauungsorte des Verbands sind der Martinsturm in Bregenz, die Villa Grünau in Kennelbach und das Alte Schulhüsle in Lochau. Die Kosten für diese Orte werden mit den jeweiligen Eigentümern vereinbart.
Sind Trauungen im Freien in Vorarlberg erlaubt?
Das entscheidet das jeweilige Standesamt, und die Ämter handhaben es unterschiedlich. Die Gemeinde Au etwa hält im Landesverzeichnis ausdrücklich fest: keine Außentrauungen. Andernorts geht es sehr wohl - Schloss Amberg in Feldkirch wird im selben Verzeichnis mit seinem Schlossgarten für Gartentrauungen geführt. Fragt deshalb immer beim konkret zuständigen Amt nach, nicht allgemein „in Vorarlberg".