Für Hochzeitsgäste
Die Einladung liegt seit Wochen am Kühlschrank und drei Fragen sind immer noch offen: Was ziehe ich an, was schenke ich, und was schreibe ich auf die Karte? Zwei davon lassen sich in fünf Minuten klären.
Was ihr anzieht
Steht auf der Einladung ein Dresscode, ist die Sache entschieden: Er ist keine Anregung, sondern eine Bitte des Paares, und wer sie übergeht, fällt auf den Fotos für immer auf. Steht keiner da, gilt festliche Kleidung - ein Anzug oder zumindest Stoffhose mit Sakko, ein Kleid, ein Hosenanzug oder Rock und Bluse.
Die fünf Begriffe, die auf österreichischen Einladungen vorkommen, bedeuten der Reihe nach:
| Dresscode | Für Männer | Für Frauen | Woran ihr denken solltet |
|---|---|---|---|
| Smart Casual | Stoffhose mit Bügelfalte und Jackett, keine Krawatte nötig | Kleid, Hosenanzug oder Rock mit Bluse | Jeans, Poloshirt und Turnschuhe sind fehl am Platz |
| Cocktail | Anzug mit Hemd, Sakko und Krawatte | Knielanges Cocktailkleid oder kurzes festliches Kleid | Das kleine Schwarze ist hier ausdrücklich passend |
| Black Tie | Smoking mit schwarzer Fliege | Lange oder halblange Abendrobe | Der Klassiker unter den Hochzeitsdresscodes |
| White Tie | Frack mit weißer Weste und weißer Fliege | Bodenlange Abendrobe, nicht zu viel Haut | Der formellste Code, in Österreich selten |
| Tracht | Trachtenanzug oder Trachtenhemd | Dirndl in Midi- oder Maxilänge | Mini-Dirndl gilt als unpassend, die Länge reicht mindestens bis zum Knie |
Eine Regel steht auf keiner Einladung und gilt trotzdem überall: Weiß gehört der Braut. Sie betrifft auch Creme und Elfenbein, die im Blitzlicht schnell weiß wirken. Schwarz von Kopf bis Fuß ist ebenfalls heikel, weil es nach Trauer aussieht - das kleine Schwarze mit farbigen Accessoires ist dagegen unproblematisch und beim Dresscode Cocktail ausdrücklich vorgesehen.
Tracht als Dresscode
In Österreich ist Tracht kein Kostüm, sondern Festkleidung - entsprechend häufig steht sie als Dresscode auf der Einladung. Für Gäste ist sie die einfachste Variante: Trachtenbluse oder Trachtenhemd genügen, ein vollständiger Trachtenanzug ist dem Paar vorbehalten.
Beim Dirndl entscheidet die Länge. Die Salzburger Nachrichten raten Gästen zum Midi-Dirndl in Knielänge oder zum knöchellangen Maxi-Modell; ein Mini-Dirndl, das über dem Knie endet, gilt für einen so festlichen Anlass als unpassend. Bei den Farben werden klassische Trachtenfarben empfohlen - Blau, Rot und Grün - sowie weiche Pastelltöne.
Kein Dresscode auf der Einladung heißt nicht automatisch „egal“. Manche Paare trauen sich schlicht nicht, einen vorzuschreiben. Eine kurze Nachricht an das Paar oder an die Trauzeugin ist nie unangenehm - im Gegenteil, sie wird fast immer erleichtert beantwortet.
Was auf die Karte kommt
Der Text ist für die meisten Gäste die schwierigste Aufgabe des ganzen Tages, und er ist die einzige, an die sich das Paar Jahre später noch erinnert. Die Abkürzung über einen fertigen Spruch führt zuverlässig zu einer Karte, die austauschbar ist.
Es braucht drei Sätze: die Anrede mit beiden Namen, einen Satz, den nur ihr schreiben könnt, und einen Wunsch. Wie der mittlere entsteht und wie er sich unterscheidet, je nachdem ob ihr Mutter, Bruder, beste Freundin oder Vereinskollege seid, steht auf der Seite zu den Glückwünschen zur Hochzeit.
Was ihr schenkt
Zuerst die Richtungsentscheidung: Geld oder Sache. Beides ist richtig, und beides hat eigene Fallen. Beim Geldgeschenk ist die Höhe die Frage, an der sich alle festbeißen - dabei ist die Übergabe entscheidender, und ab bestimmten Summen redet auch das Finanzamt mit. Beim Sachgeschenk liegt die Schwierigkeit woanders: Wer mit über dreißig heiratet, hat den Haushalt längst beisammen.
Eine Regel gilt für beide Wege, und sie ist die einzige, die wirklich streng ist: Der Betrag gehört nicht in die Karte. Weder erklärend noch entschuldigend.
Wie der Tag abläuft
Zur Zeremonie solltet ihr deutlich vor der angegebenen Zeit da sein, und zwar aus einem handfesten Grund: Der Teil, auf den es ankommt, ist erstaunlich kurz. Eine Frage an jeden der beiden, zwei Mal Ja, ein Satz der Standesbeamtin - wer in diesem Moment zur Tür hereinkommt, hat ihn verpasst und stört ihn zugleich. Was im Trauungszimmer sonst noch passiert, steht beim Ablauf der standesamtlichen Trauung.
Nach der Zeremonie folgt in Österreich meist die Agape - ein Empfang mit Getränken und kleinen Speisen, bei dem gratuliert wird und die Fotos entstehen. Sie ist der Moment, in dem die Karte übergeben wird, sofern das Paar keine Kartenbox aufgestellt hat.
Wenn ihr als Trauzeugin oder Trauzeuge eingeladen seid, gelten andere Regeln - vor allem, was ihr am Tag selbst tatsächlich zu tun habt. Das steht bei den Trauzeugen.
Alle Gästethemen
- Glückwünsche zur Hochzeit Was in die Karte kommt - sortiert danach, wie nah ihr dem Paar steht.
- Moderne Glückwünsche Formulierungen ohne Reim und ohne Pathos.
- Kurze Glückwünsche Wenn auf der Karte nur drei Zeilen Platz haben.
- Hochzeitsgeschenke Ideen jenseits von Toaster und Handtuchset.
- Geldgeschenke Wie viel üblich ist und wie ihr es überreicht.
- Outfit als Hochzeitsgast Vom Cocktailkleid bis zum Anzug - was zu welchem Anlass passt.
Häufige Fragen
- Was zieht man als Gast zu einer Hochzeit an?
- Wenn das Paar keinen Dresscode nennt, ist festliche Kleidung richtig: für Männer Anzug oder zumindest Stoffhose mit Sakko, für Frauen ein Kleid, ein Hosenanzug oder eine Rock-Bluse-Kombination. Steht ein Dresscode auf der Einladung, gilt er - er ist keine Anregung, sondern eine Bitte des Paares.
- Darf man als Gast Weiß tragen?
- Weiß ist der Braut vorbehalten. Das ist keine Vorschrift, sondern eine der beständigsten ungeschriebenen Regeln überhaupt - und sie gilt auch für cremefarbene und elfenbeinfarbene Kleider, die auf Fotos schnell weiß wirken. Wenn ihr unsicher seid, fragt beim Paar nach.
- Was bedeutet der Dresscode Tracht?
- Das Paar trägt Trachtenanzug beziehungsweise Dirndl, die Gäste erfüllen den Code mit Trachtenbluse oder Trachtenhemd. Für Frauen empfehlen die Salzburger Nachrichten ein Midi-Dirndl in Knielänge oder ein knöchellanges Maxi-Modell - ein Mini-Dirndl gilt für einen so festlichen Anlass als unpassend.
- Wie viel Geld schenkt man zur Hochzeit?
- Dafür gibt es keine verbindliche Regel und auch keine belastbare österreichische Erhebung, die eine Zahl nennt. Sinnvoller als ein Durchschnittswert ist die Frage, wie nah ihr dem Paar steht und was ihr euch leisten könnt. Wichtig ist nur: Der Betrag gehört nicht in die Karte.
- Wann muss man als Hochzeitsgast da sein?
- Plant eine Viertelstunde Puffer ein. Der standesamtliche Teil selbst ist kurz - der Moment, auf den es ankommt, dauert keine zwei Minuten. Wer erst mittendrin hereinkommt, stört genau diesen Moment, und wiederholen lässt er sich nicht. Für die Feier danach gilt die Uhrzeit auf der Einladung.
Woher die Angaben stammen
- Dresscodes: Hochzeitsgäste perfekt gekleidet · hochzeit-brautinfo.at
- Dresscode Dirndl und Lederhose: Was anziehen auf einer Trachtenhochzeit? · Salzburger Nachrichten