Das Brautkleid
Es gibt diesen einen Moment im Brautmodengeschäft, an den sich fast jede Braut erinnert. Damit er stattfinden kann, braucht es vorher zwei nüchterne Dinge: genug Vorlauf für Lieferzeit und Änderungen - und ein Budget, das die Änderungen schon enthält.
Kurz zusammengefasst
- Kaufen 6 bis 9 Monate vorher, bei Maßanfertigung 9 bis 12
- Genannte Preisspannen: 500 bis 2.000 Euro, gehoben 1.000 bis 3.000
- Änderungen kosten zusätzlich 150 bis 500 Euro - fast jedes Kleid wird geändert
- Eine Beratung dauert 60 bis 90 Minuten und wird vorab gebucht
- Zur Anprobe nahtlose Unterwäsche und Schuhe in Absatzhöhe mitnehmen
- Ein bis zwei Begleitpersonen, nicht fünf
Der Zeitplan, der wirklich bindet
Die Suche dauert so lange, wie ihr sie dauern lasst - was tatsächlich bindet, sind Lieferzeit und Änderungen. Beides steht in keinem Schaufenster:
| Wann | Was | Warum |
|---|---|---|
| 12 bis 9 Monate vorher | Suche beginnen | bei Maßanfertigung hier starten, sonst entspannt umschauen |
| 9 bis 6 Monate vorher | Kleid kaufen | Lieferzeiten von Bestellkleidern liegen oft bei Monaten |
| 3 Monate vorher | erste Änderungsanprobe | Länge, Weite, Träger |
| 4 bis 6 Wochen vorher | zweite Anprobe | Feinanpassung mit den echten Schuhen |
| 1 bis 2 Wochen vorher | Abholung | mit Unterwäsche und Schuhen noch einmal anziehen |
Der kritische Punkt ist der Kauf sechs bis neun Monate vorher. Viele Kleider werden nicht ab Lager verkauft, sondern bestellt - und dann vergehen Monate, bevor die Änderungsschneiderei überhaupt beginnen kann. Wer vier Monate vorher startet, hat die Auswahl auf das reduziert, was zufällig in der richtigen Größe hängt.
Umgekehrt gilt: Zu früh kaufen ist auch nicht ideal. Zwischen Kauf und Hochzeit verändert sich die Figur, und die Änderungsanprobe soll möglichst nah am Termin liegen. Neun Monate sind ein guter Kompromiss.
Was ein Kleid kostet - und was dazukommt
Die Spannen, die österreichische Quellen nennen, liegen bei 500 bis 2.000 Euro für ein durchschnittliches Kleid und 1.000 bis 3.000 Euro für gehobene Modelle. Designerkleider liegen darüber, und einzelne Boutiquen nennen als Bandbreite 800 bis 3.500 Euro.
Was in dieser Zahl nicht steckt und den Endpreis regelmäßig um ein Viertel hebt:
- Änderungen: 150 bis 500 Euro. In größeren Städten eher am oberen Ende. Fast jedes Kleid wird geändert - Länge und Weite praktisch immer.
- Unterwäsche und Reifrock, falls der Schnitt es verlangt.
- Schleier oder Haarschmuck, oft unterschätzt.
- Schuhe, die zur Länge passen müssen - deshalb vor der Änderungsanprobe kaufen.
- Reinigung danach, wenn ihr das Kleid aufheben wollt.
Nennt beim Termin einen Rahmen - und zwar inklusive Änderungen. Gute Beraterinnen zeigen dann nur Kleider, die hineinpassen. Wer nichts sagt, probiert im Zweifel das teuerste zuerst an, und danach fühlt sich jedes andere Kleid wie ein Kompromiss an.
Die erste Anprobe
Eine Beratung dauert 60 bis 90 Minuten und wird vorab gebucht - spontan hereinschauen funktioniert in Brautmodengeschäften selten. Plant pro Termin ein Geschäft ein, nicht drei: Nach dem dritten Laden an einem Tag verschwimmen die Kleider, und die Entscheidung wird schlechter statt besser.
Was ihr mitbringt:
- Nahtlose, helle Unterwäsche ohne starken Push-up - unter dünnem Stoff zeichnet sich alles ab.
- Schuhe in der geplanten Absatzhöhe. Ohne sie lässt sich die Länge nicht beurteilen, und die Länge ist die teuerste Änderung.
- Kein dunkles Make-up, Haare zum Hochstecken.
- Eine oder zwei Personen, die euch bestärken. Bei fünf Meinungen entscheidet am Ende die lauteste.
Und ein Hinweis, der vielen fehlt: Brautkleider fallen kleiner aus als Konfektionsgrößen. Das ist normal und sagt nichts über euch - lasst euch davon nicht den Termin verderben.
Den Schnitt nach dem Ort wählen
Statt einer Schnittkunde eine Frage, die mehr aussortiert: Wo findet euer Tag statt?
- Alm, Wiese, Weingarten: alles Bodenlange mit Schleppe wird schwierig - Gras, Kies und Erde sind erbarmungslos. Leichte Stoffe und knappe Längen funktionieren besser.
- Kirche und Schloss: hier trägt jede Länge, und eine Schleppe kommt zur Geltung.
- Sommerhochzeit im Freien: mehrlagiger Tüll bei dreißig Grad ist eine ernsthafte Belastung. Denkt an das Gewicht, nicht nur an die Optik.
- Winterhochzeit: Ärmel, Bolero oder Mantel gehören dazu - siehe Winterhochzeit.
Wer sich zwischen Kleid und Dirndl nicht entscheiden kann: Beides ist in Österreich üblich, und das Brautdirndl hat einen praktischen Vorteil - es wird wieder getragen.
Was am Hochzeitstag zählt
Drei Dinge, die in der Anprobe niemand testet und die den Tag prägen.
Sitzen und aufstehen. Probiert das im Geschäft aus - ein Kleid, das im Stehen perfekt ist, kann beim Essen drücken oder rutschen. Ihr sitzt an diesem Tag mehrere Stunden.
Die Toilette. Klingt banal, ist es nicht. Bei einem bodenlangen Kleid mit Reifrock braucht ihr Hilfe - klärt vorher, wer zuständig ist. Trauzeuginnen wissen das meistens schon.
Das Tanzen. Wenn ein Eröffnungstanz geplant ist, probiert die Drehung im Kleid. Eine lange Schleppe wird für den Tanz meist hochgesteckt - lasst euch im Geschäft zeigen, wie das geht, und übt es mit der Person, die es am Tag machen soll.
Häufige Fragen
- Was kostet ein Brautkleid in Österreich?
- Die genannten Spannen liegen bei 500 bis 2.000 Euro für ein durchschnittliches Kleid und 1.000 bis 3.000 Euro für gehobene Modelle; Designerkleider kosten mehrere Tausend. Dazu kommen Änderungen, die mit 150 bis 500 Euro angesetzt werden - in größeren Städten eher am oberen Ende.
- Wann sollte man das Brautkleid kaufen?
- Sechs bis neun Monate vor der Hochzeit, bei einer Maßanfertigung neun bis zwölf. Der Grund ist nicht die Suche, sondern die Lieferzeit: Bestellkleider brauchen oft Monate, und danach folgen noch zwei Änderungsanproben.
- Wie lange dauert eine Brautkleid-Anprobe?
- Eine professionelle Beratung dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten und sollte vorab gebucht werden - spontan hereinschauen funktioniert bei Brautmodengeschäften selten. Plant pro Termin ein Geschäft, nicht drei.
- Was kosten Änderungen am Brautkleid?
- Üblich sind 150 bis 500 Euro, abhängig vom Umfang und vom Ort. Fast jedes Kleid wird geändert - Länge und Weite praktisch immer. Rechnet den Betrag von Anfang an ins Budget, sonst sprengt er es am Schluss.
- Was zieht man zur ersten Anprobe an?
- Nudefarbene, nahtlose Unterwäsche ohne Bügel-Push-up, kein dunkles Make-up und Haare, die sich schnell hochstecken lassen. Nehmt Schuhe in der geplanten Absatzhöhe mit - ohne sie lässt sich die Länge nicht beurteilen, und genau daran hängt später die Änderung.
- Wie viele Begleitpersonen soll man mitnehmen?
- Eine oder zwei. Je mehr Menschen mitkommen, desto mehr Meinungen stehen im Raum - und desto schwieriger wird die eigene Entscheidung. Nehmt Personen mit, die euch bestärken, nicht solche, die gern kommentieren.