Hochzeitslocations in Wien
Ein Palais mit Stuck und Kronleuchtern, ein Heuriger in Grinzing mit Weinbergen in Sichtweite, der Prunksaal der Nationalbibliothek. Wien hat für die Trauung außerhalb des Trauungssaals einen eigenen Begriff - und der stammt nicht aus einem Hochzeitsmagazin, sondern von der Stadt selbst.
Kurz zusammengefasst
- „Traumhochzeit“ ist in Wien ein amtlicher Begriff für die Trauung außerhalb des Standesamts
- Ein Ort muss öffentlich zugänglich sein, um bewilligt zu werden
- Die Stadt führt eine Liste bewilligter Orte, geordnet nach Bezirken
- Bundesabgabe laut Stadt Wien: 193 Euro
- Dokumente bei mehreren Standesämtern: 386 Euro oder mehr
- Heuriger, Palais, Museum und Nationalbibliothek zählen ausdrücklich dazu
Wien nennt es Traumhochzeit
In den meisten Bundesländern heißt es sperrig „Trauung außerhalb der Amtsräume“. Wien hat dafür einen eigenen Begriff, und er steht nicht in einem Hochzeitsmagazin, sondern auf den Seiten der Stadt selbst: Traumhochzeit. Gemeint ist damit jede standesamtliche Trauung, die nicht im Trauungssaal stattfindet.
Die Stadt nennt dafür ausdrücklich Weingüter, Hotels, Museen, die Nationalbibliothek, Palais, Schlösser, Parks und Heurige. Und sie führt eine eigene Liste dieser Orte, geordnet nach Bezirken. Das ist der praktische Unterschied zu jedem anderen Bundesland: In Wien könnt ihr vorher nachsehen, ob euer Wunschort behördlich vorgesehen ist, statt es im Einzelfall erfragen zu müssen.
Die Bedingung, die viele Orte ausschließt
Die Stadt Wien hält fest: Ein Ort muss öffentlich zugänglich sein, um als Ort für eine Traumhochzeit bewilligt werden zu können.
Dieser eine Satz entscheidet mehr als jede Preisliste. Er bedeutet, dass die private Dachterrasse, der Garten der Großeltern und das abgeschlossene Firmengelände als Trauungsort ausfallen - unabhängig davon, wie schön sie sind und wie gern der Eigentümer sie hergäbe.
Steht euer Wunschort nicht auf der Liste der Stadt, ist eine Bewilligung erforderlich. Klärt das vor der Anzahlung. Es ist der typische Wiener Planungsfehler: erst die Location fixieren, dann erfahren, dass dort zwar gefeiert, aber nicht getraut werden darf. Die Feier lässt sich überall machen - die Trauung nicht.
193 Euro - und wie daraus 386 werden
Die Stadt Wien nennt für die Eheschließung eine Bundesabgabe von 193 Euro. Das ist ein klarer, öffentlich ausgewiesener Betrag - in dieser Form nicht selbstverständlich, viele Gemeinden veröffentlichen gar nichts.
Interessanter ist der Hinweis daneben, den kaum jemand kennt: Werden Dokumente bei verschiedenen Standesämtern eingereicht, zählt das als mehrfache Antragstellung. Die Gebühr kann sich dann laut Stadt Wien auf 386 Euro oder mehr erhöhen.
Das trifft genau die Paare, bei denen jeder dort einreicht, wo es ihm gerade auskommt - er in der Nähe der Arbeit, sie im Wohnbezirk. Der Aufwand ist derselbe, die Gebühr verdoppelt sich. Einigt euch also auf ein Standesamt und bringt alles dorthin.
Was dabei leicht untergeht: Die 193 Euro sind nur der amtliche Teil. Das Haus verrechnet seinen eigenen, und fast keines schreibt ihn hin. Eine Ausnahme ist das Palais Pallavicini am Josefsplatz, das seine Trauungspauschale offen ausweist: 1.450 Euro exklusive Umsatzsteuer für bis zu 50 Personen. Darin enthalten sind zweieinhalb Stunden Raummiete, Trauungstisch, Sesselreihen, Rednerpult, Blumengesteck, Mikrofon, Lautsprecher und Flügel. Ab 50 Personen gibt es den Preis nur auf Anfrage. Rechnet also mit zwei Rechnungen - und fragt die zweite früh ab.
Heuriger, Palais oder Museum
Die drei Wiener Grundtypen unterscheiden sich weniger im Preis als im Charakter des Abends. Der Heurige in Nußdorf, Grinzing oder Neustift ist die unangestrengteste Variante: Weinberge in Sichtweite, lange Tische, Musik, die nicht laut sein muss. Er ist der Ort für Feiern, die spät und gesellig werden sollen.
Das Palais liefert das andere Extrem - Parkett, Stuck, Kronleuchter, Garderobe. Hier ist der Rahmen bereits gesetzt, und Deko erübrigt sich weitgehend. Dafür ist der Abend meist strukturierter und endet früher, weil Nachbarschaft und Hausordnung mitreden.
Und dann sind da die Orte, die es nur in Wien gibt: Museen und die Nationalbibliothek. Beides sind Häuser mit Öffnungszeiten und Betrieb - die Trauung findet dort in einem klar abgegrenzten Zeitfenster statt, gefeiert wird meist woanders. Wer das trennen mag, bekommt dafür eine Kulisse, die sonst niemand hat.
Was eine Stadthochzeit leichter macht
Gegenüber einer Hochzeit am Land fällt in Wien das größte Problem weg: die Frage, wie die Gäste nach Hause kommen. U-Bahn und Nachtbusse fahren, Taxis stehen bereit, und niemand muss einen Fahrer bestimmen. Das spart nicht nur Nerven, sondern einen realen Budgetposten.
Ebenso die Übernachtung: Auswärtige Gäste finden in jeder Preisklasse etwas, ohne dass ihr Zimmerkontingente organisieren müsst. Dafür kommt in Wien ein anderer Posten dazu, den man am Land nicht kennt - Locations verlangen häufiger Raummiete oder einen Mindestumsatz, weil sie die Fläche sonst anderweitig vergeben könnten.
Palais, Heurige und Museen in Wien
Die Angaben stammen von den Betrieben selbst. Wo eine Gästezahl fehlt, weist der Betrieb sie nicht aus - fragt in dem Fall direkt nach, und lasst euch die Zahl für den Innenraum nennen, nicht die für Garten oder Hof.
| Location | Ort | Art | Gäste | Trauung vor Ort | Übernachtung |
|---|---|---|---|---|---|
| Café Gloriette Schönbrunn | 1130 Wien-Hietzing | Eventlocation | 250 | - | - |
| Concordia Schlössl | 1030 Wien-Landstraße | Eventlocation | 120 | standesamtlich, frei | - |
| Heuriger Schübel-Auer | 1190 Wien-Nußdorf | Weingut | - | - | - |
| Palais Auersperg | Wien | Eventlocation | - | standesamtlich, frei | - |
| Palais Daun-Kinsky | 1010 Wien | Eventlocation | - | standesamtlich | - |
| Palais Ferstel | 1010 Wien | Eventlocation | - | - | - |
| Palais Pallavicini | 1010 Wien | Eventlocation | - | standesamtlich | - |
| Schloss Miller-Aichholz, Europahaus Wien | 1140 Wien-Penzing | Schloss | 250 | standesamtlich, frei | ja |
| VIENNABallhaus | 1090 Wien-Alsergrund | Eventlocation | - | standesamtlich | - |
| Weingut am Reisenberg | 1190 Wien-Döbling | Weingut | - | standesamtlich | - |
| Weingut Wien Cobenzl | 1190 Wien | Weingut | - | - | - |
| Weitsicht Cobenzl | 1190 Wien | Eventlocation | 450 | - | - |
| Wiener Börsensäle | 1010 Wien | Eventlocation | - | - | - |
Die Gästezahl ist überall die höchste, die der Betrieb selbst nennt. Ein Strich heißt: Der Betrieb macht dazu keine Angabe. Fragt in dem Fall direkt nach - die Antwort entscheidet oft, ob ein Haus überhaupt in Frage kommt.
Häufige Fragen
- Was kostet die Hochzeit am Standesamt in Wien?
- Die Stadt Wien nennt eine Bundesabgabe von 193 Euro. Wichtig ist dabei ein Detail: Werden Dokumente bei verschiedenen Standesämtern eingereicht, zählt das als mehrfache Antragstellung - die Gebühr kann sich laut Stadt Wien auf 386 Euro oder mehr erhöhen.
- Was ist eine Traumhochzeit in Wien?
- So nennt die Stadt Wien eine Trauung, die nicht im Standesamt stattfindet, sondern an einem anderen Ort - in einem Palais, Museum, Weingut, Hotel, Park oder beim Heurigen. Es ist ein amtlicher Begriff, kein Werbewort: Für diese Orte führt die Stadt eine eigene Liste, geordnet nach Bezirken.
- Kann man in Wien überall standesamtlich heiraten?
- Nein. Die Stadt Wien hält fest, dass ein Ort öffentlich zugänglich sein muss, um als Ort für eine Traumhochzeit bewilligt werden zu können. Das schließt manche private Location aus, so schön sie auch ist. Steht euer Wunschort nicht auf der Liste der Stadt, ist eine Bewilligung erforderlich.
- Kann man beim Heurigen heiraten?
- Ja, der Heurige zählt zu den Ortsarten, die die Stadt Wien für eine Traumhochzeit ausdrücklich nennt - neben Weingütern, Hotels, Museen, der Nationalbibliothek, Palais, Schlössern und Parks. Ob ein konkreter Betrieb bewilligt ist, klärt ihr beim Standesamt, nicht beim Wirt.
- Wo heiratet man in Wien im Freien?
- Die Stadt Wien nennt als Beispiele die Blumengärten Hirschstetten und den Schulgarten Kagran. Dazu kommen Parks und Gärten von Palais und Weingütern. Weil auch hier die öffentliche Zugänglichkeit die Voraussetzung ist, sind städtische Anlagen die naheliegendste Wahl.