Blumen nach Saison
Ein Brautstrauß aus Pfingstrosen ist ein Bild, das viele im Kopf haben - und im September nicht zu haben. Blumen folgen einem Kalender, den kein Budget verschiebt. Wer ihn kennt, bekommt für dasselbe Geld mehr und für weniger Geld dasselbe.
Kurz zusammengefasst
- Pfingstrosen haben im Mai Saison - die kürzeste und gefragteste des Jahres
- Ranunkeln gibt es ab Jänner zu kaufen, im Garten blühen sie erst ab Mai
- Von November bis Februar liefert heimisches Freiland kaum Blüten
- Pampasgras wird August bis November geerntet, getrocknet hält es über ein Jahr
- Greenery ist ganzjährig verfügbar und der günstigste Weg zu viel Wirkung
- Blumen der eigenen Saison kosten weniger und sehen frischer aus
Was wann blüht
Der Kalender ist der praktischste Teil jeder Blumenplanung, und er ist kürzer, als man denkt:
| Zeitraum | Was Saison hat | Anmerkung |
|---|---|---|
| Jänner bis April | Ranunkeln, Tulpen, Anemonen, Narzissen | fast alles aus dem Gewächshaus, nicht aus heimischem Freiland |
| Mai | Pfingstrosen, Flieder, Maiglöckchen | die kürzeste und gefragteste Saison des Jahres |
| Juni bis August | Rosen, Sonnenblumen, Gladiolen, Wiesenblumen | die größte Auswahl, auch aus heimischem Anbau |
| September bis Oktober | Dahlien, Astern, Chrysanthemen, Hagebutten | kräftige Farben, gut haltbar |
| August bis November | Pampasgras | Blüte- und Erntezeit - getrocknet danach über ein Jahr haltbar |
| November bis Februar | Tannengrün, Eukalyptus, Efeu, Zweige, Beeren | aus Freiland kaum Blüten - der Winter ist grün, nicht bunt |
Zwei Zeilen daraus verdienen besondere Aufmerksamkeit. Der Mai ist der Monat, in dem die begehrtesten Blumen des Jahres blühen - Pfingstrosen, Flieder, Maiglöckchen - und zwar nur wenige Wochen. Wer Pfingstrosen will, heiratet im Mai oder verzichtet.
Und der Winter: Von November bis Februar gibt es aus heimischem Freiland praktisch nichts. Das ist kein Mangel, sondern eine Stilentscheidung, die euch abgenommen wird - eine Winterhochzeit ist grün und kerzenbeleuchtet, nicht bunt. Was das für die Planung heißt, steht bei der Winterhochzeit.
Der Unterschied, der Geld kostet
Hier entsteht das häufigste Missverständnis: Kaufbar und saisonal sind bei Blumen zwei verschiedene Dinge.
Ranunkeln sind das beste Beispiel. Als Schnittblumen kommen sie aus niederländischen Gewächshäusern und sind bereits ab Jänner erhältlich, bis etwa Mai. Im Garten dagegen beginnt ihre Blüte Mitte Mai und dauert bis Ende Juli. Wer im Februar Ranunkeln bestellt, bekommt sie also - nur eben aus dem Gewächshaus, mit dem entsprechenden Preis und der entsprechenden Haltbarkeit.
Für die Planung folgt daraus eine einfache Frage an die Floristin, die viel Geld spart: „Was hat in unserem Hochzeitsmonat hier Saison?“ Nicht „was gibt es“ - es gibt fast alles. Blumen der eigenen Saison sind günstiger, halten länger und sehen am Abend noch frisch aus.
Floristinnen arbeiten lieber mit einer Stimmung als mit einer Sortenliste. Bringt drei Fotos mit und sagt, welche Farben ihr wollt - und lasst die Sorten offen. Dann kann euch jemand das Beste geben, was in eurer Woche am Markt ist, statt eine Liste abzuarbeiten, die im Mai geschrieben wurde.
Trockenblumen: was sie können
Trockenblumen sind aus der Boho-Ecke in den allgemeinen Gebrauch gewandert, und das aus praktischen Gründen. Sie kennen keine Saison, keine Hitze und keine Lieferfrist.
- Monate vorher fertig. Nichts welkt, nichts muss am Vortag geliefert werden - der größte organisatorische Vorteil überhaupt.
- Hitzefest. Ein Strauß, der im August acht Stunden in der Sonne steht, sieht abends aus wie am Morgen.
- Bleibt danach. Der Brautstrauß hält Jahre statt Tage.
- Pampasgras blüht August bis November und wird dann geerntet, am besten vor dem vollständigen Verblühen - danach zerfallen die Wedel.
Zwei Einschränkungen: Trockenblumen sind nicht billig - pro Stiel oft teurer als Schnittblumen der Saison. Und sie sind lichtempfindlich: Direkte Sonne bleicht sie über Wochen aus. Wer sie früh binden lässt, lagert sie dunkel und staubfrei.
Greenery trägt jeden Monat
Der unterschätzteste Posten in der Blumenplanung ist der, bei dem gar keine Blüte vorkommt. Greenery - Eukalyptus, Olivenzweige, Efeu, Farn, Ruscus - ist ganzjährig verfügbar, günstiger als Blüten, hält lange und passt zu jedem Farbkonzept.
Wo es am meisten bringt:
- Als Tischläufer. Eine durchgehende Eukalyptus-Girlande auf einer langen Tafel ersetzt acht Einzelgestecke und wirkt großzügiger.
- Am Traubogen. Grün als Grundgerüst, ein paar Blüten als Akzent - das ist die günstigste Variante eines Bogens, der etwas hermacht.
- An Sesseln und Türen. Einzelne Zweige mit Band, mehr braucht es nicht.
Ein Detail, das die Wirkung entscheidet: Eukalyptus welkt langsam und verändert dabei die Farbe ins Graugrüne - was viele sogar schöner finden. Er verzeiht damit, was Blüten nicht verzeihen: einen langen, warmen Tag.
Wie viel ihr wirklich braucht
Blumen sind der Posten, bei dem am leichtesten zu viel bestellt wird, weil einzeln alles günstig wirkt. Drei Orientierungen:
Konzentriert statt verteilt. Ein großes Arrangement an einer Stelle, die jeder sieht - Traubogen, Eingang, Mitte der Tafel - wirkt stärker als zehn kleine Gestecke im ganzen Raum. Das gilt besonders für Fotos.
Zweimal verwenden. Der Schmuck der Zeremonie wandert nach der Trauung an die Tafel oder zur Bar. Das ist üblich und spart einen kompletten Posten - sagt es der Floristin vorher, damit sie transportfähig baut.
Der Ort bringt etwas mit. Ein Weingarten im September, eine Almwiese im Juli oder ein Schlosspark im Mai liefern den Rahmen schon. Was ihr dazustellt, kann dann sparsam sein. Ein neutraler Saal im Jänner braucht umgekehrt deutlich mehr - siehe Hochzeitsstile, wo der Stil der Location folgt und nicht umgekehrt.
Häufige Fragen
- Welche Blumen haben wann Saison?
- Im Frühjahr Ranunkeln, Tulpen und Anemonen, im Mai Pfingstrosen und Flieder, im Sommer Rosen, Sonnenblumen und Wiesenblumen, im Herbst Dahlien, Astern und Chrysanthemen. Von November bis Februar gibt es aus heimischem Freiland praktisch keine Blüten - dann tragen Grün, Zweige und Trockenblumen.
- Sind Blumen außerhalb der Saison teurer?
- In der Regel ja, weil sie aus Gewächshäusern oder aus dem Ausland kommen. Der Unterschied fällt bei einzelnen Stielen kaum auf und bei einer Hochzeit mit zwanzig Gestecken deutlich. Wer Kosten drücken will, wählt Blumen, die im eigenen Hochzeitsmonat Freilandsaison haben.
- Warum gibt es Ranunkeln schon im Jänner?
- Weil die Schnittblumen aus niederländischen Gewächshäusern kommen. Sie sind dort ab Jänner verfügbar und bis etwa Mai im Handel. Im heimischen Garten beginnt die Blüte dagegen erst Mitte Mai und dauert bis Ende Juli. Kaufbar und saisonal sind bei Blumen zwei verschiedene Dinge.
- Wie lange halten Trockenblumen?
- Ein bis drei Jahre, robuste Sorten und konservierte Gräser länger. Am besten sehen gut getrocknete Sträuße zwischen 6 und 24 Monaten aus. Haltbar heißt dabei nicht unveränderlich: Trockenblumen altern weiter, nur über Jahre statt über Tage. Der größte Feind ist Licht - in der prallen Sonne verblasst ein Strauß binnen eines Jahres spürbar, im Halbschatten bleibt derselbe zwei bis drei Jahre kräftig. Für die Hochzeit heißt das: Ihr könnt Monate vorher binden lassen.
- Was ist Greenery?
- Grün ohne Blüten als eigenständige Deko - Eukalyptus, Olivenzweige, Efeu, Farn, Ruscus. Es ist ganzjährig verfügbar, deutlich günstiger als Blüten, hält lange und passt zu praktisch jedem Farbkonzept. Eine Tischläufer-Girlande aus Eukalyptus ersetzt eine Reihe Gestecke.