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Was eine Hochzeit kostet

Die ehrlichste Antwort auf diese Frage ist unbequem: Niemand weiß es. Was es gibt, sind Preise für einzelne Posten - und eine Rechnung, die ihr in zehn Minuten selbst aufstellen könnt.

Lange gedeckte Hochzeitstafel im Freien mit Blick über Weinberge.

Kurz zusammengefasst

  • Einen belastbaren österreichischen Durchschnitt gibt es nicht
  • Vier Portale nennen 10.000 bis 60.000 Euro für vergleichbare Hochzeiten
  • Keine dieser Zahlen stützt sich auf eine veröffentlichte Erhebung
  • Verpflegung je Gast: 25 bis 400 Euro, je nach Anspruch
  • Location und Verpflegung machen 40 bis 50 Prozent des Budgets aus
  • Der Amtsteil kostet rund 82 Euro und steht auf den Cent fest
  • Der wirksamste Hebel ist die Gästezahl, nicht das Verhandeln

Wer „was kostet eine Hochzeit“ sucht, bekommt eine Zahl geliefert - und meistens eine deutsche. In den österreichischen Suchergebnissen stehen Ratgeber deutscher Banken und deutscher Portale weit oben, mit deutschlandweiten Durchschnitten. Aber selbst die österreichischen Quellen sind sich nicht einig, und zwar nicht ein bisschen.

Warum es keinen Durchschnitt gibt

Vier österreichische Anbieter, vier Antworten auf dieselbe Frage:

QuelleBezugsgrößeGenannter Betrag
Austria Weddingallgemein10.000 bis 20.000 Euro
Hochzeitsweltrund 100 Personenetwa 20.000 Euro
EinTollesFest80 bis 100 Gäste15.000 bis 35.000 Euro
Chic & Coordinated Weddings80 bis 100 Gäste35.000 bis 60.000 Euro

Für eine Hochzeit mit 80 bis 100 Gästen reicht die Spanne von 15.000 bis 60.000 Euro - das ist der Faktor vier. Keine dieser Zahlen beruht auf einer veröffentlichten Erhebung. Ein Portal verweist auf „Statistiken“, ein anderes auf eine eigene Anbieterumfrage, die es nicht verlinkt.

Der Unterschied ist auch kein Zufall. Die höchsten Zahlen stehen dort, wo Planungsleistungen verkauft werden; die niedrigsten dort, wo ein Blog Reichweite sucht. Das ist keine Unterstellung, sondern eine Beobachtung, die ihr an jeder dieser Seiten selbst nachprüfen könnt - und ein guter Grund, keine dieser Zahlen in euer eigenes Budget zu übernehmen.

Brauchbar sind die Quellen trotzdem: nicht für die Gesamtsumme, sondern für die Einzelposten. Da liegen sie überraschend nah beieinander.

Der einzige feste Posten

Genau eine Position eures Budgets steht auf den Cent fest, ist bundesweit gleich und nicht verhandelbar:

  • 74 Euro Bundesgebühr für die Ermittlung der Ehefähigkeit
  • 5,45 Euro für die Trauung im Amtsraum während der Dienststunden
  • 2,10 Euro für die Trauungsniederschrift

Zusammen rund 82 Euro. Bei ausländischen Urkunden steigt die Bundesgebühr auf 193 Euro, außerhalb der Amtsräume kommen 54,50 Euro plus der Zuschlag der Stadt dazu. Die vollständige Aufstellung steht bei den Kosten am Standesamt.

Es lohnt sich, das im Kopf zu behalten: Der rechtliche Kern eurer Hochzeit kostet weniger als der Blumenschmuck. Alles andere ist ein Fest, und Feste haben keinen amtlichen Tarif.

Was die Posten kosten

Die Spannen der österreichischen Portale, nach Anspruch gestaffelt:

PostenGünstigStandardGehoben
Verpflegung je Gast25 bis 40 Euro70 bis 150 Euro150 bis 400 Euro
Location500 bis 2.000 Euro2.000 bis 5.000 Euro5.000 bis 15.000 Euro
Fotografie800 bis 1.200 Euro2.500 bis 4.000 Euro4.000 bis 6.000 Euro
Musik und DJ300 bis 500 Euro500 bis 1.500 Euro1.500 bis 5.000 Euro
Brautkleid500 bis 1.200 Euro1.200 bis 2.500 Euroab 2.500 Euro
Blumen und Deko300 bis 800 Euro1.500 bis 3.000 Euroab 3.000 Euro
Hochzeitstorte200 bis 400 Euro500 bis 800 Euroab 850 Euro
Frisur und Make-up150 bis 300 Euro500 bis 800 Euro800 bis 1.200 Euro
Papeterie100 bis 300 Euro300 bis 800 Euro800 bis 2.000 Euro
Eheringe-rund 1.000 bis 2.000 Euro-

Zur Trauung selbst: Eine freie Zeremonie kostet in Österreich zwischen 350 und 2.500 Euro für die Rednerin, meist ohne Fahrtkosten. Die kirchliche Trauung stellt keine Gebühr in Rechnung; Kosten entstehen dort für Organistin, Blumen und Mesnerdienst.

Rechnet pro Gast, nicht pro Hochzeit

Das ist der Rechenweg, der aus einer unbeantwortbaren Frage eine beantwortbare macht. Nehmt eure Gästezahl und multipliziert sie mit dem Verpflegungspreis eurer Kategorie. Diese eine Zahl ist bereits der größte Block eures Budgets.

Ein Beispiel

80 Gäste mal 100 Euro Verpflegung ergibt 8.000 Euro. Wenn Location und Verpflegung zusammen 40 bis 50 Prozent ausmachen sollen, landet ihr bei einem Gesamtbudget von grob 18.000 bis 22.000 Euro. Dieselbe Rechnung mit 50 Gästen und 70 Euro ergibt 3.500 Euro - und ein Gesamtbudget um 8.000 Euro. Zwei Stellschrauben, ein Unterschied von 14.000 Euro.

Der Budgetschlüssel

Zwei österreichische Hochzeitsportale nennen fast denselben Verteilungsschlüssel. Er ist kein Gesetz, aber ein brauchbarer Kontrollwert: Wenn ein Posten bei euch stark abweicht, solltet ihr wissen, warum.

BereichAnteil am Budget
Location und Verpflegung40 bis 50 Prozent
Fotografie und Video10 bis 15 Prozent
Kleidung und Styling10 bis 15 Prozent
Blumen und Dekoration10 bis 15 Prozent
Musik und Unterhaltung5 bis 10 Prozent
Papeterie2 bis 5 Prozent
Trauung2 bis 5 Prozent

Was gern vergessen wird

Die Posten, die in keiner Kalkulation stehen und trotzdem anfallen:

  • Fahrt- und Übernachtungskosten für Dienstleister. Bei Traurednerinnen sind sie fast nie im Preis enthalten.
  • Saalmiete bei Trauungen außer Haus. Sie ist in keiner Amtsgebühr enthalten und geht direkt an den Betreiber.
  • Urkunden. Klagenfurt und St. Pölten beziffern die Heiratsurkunde mit 13,10 Euro; bei ausländischen Dokumenten kommen Apostille und beglaubigte Übersetzung dazu.
  • Neue Ausweise nach einer Namensänderung.
  • Trinkgelder und Puffer. Zehn Prozent auf alles ist kein Luxus, sondern Erfahrung.

Wo wirklich Geld liegt

Nicht beim Verhandeln. Drei Entscheidungen bewegen mehr als jedes Gespräch mit einem Dienstleister:

  • Die Gästezahl. Jeder Gast kostet zwischen 25 und 400 Euro allein an Verpflegung, dazu Sitzplatz, Papeterie und Gastgeschenk. Zehn Gäste weniger sparen mehr als jeder Rabatt.
  • Der Wochentag. Freitagnachmittag und Samstag kosten fast überall Zuschlag, beim Amt wie bei den Locations. In Krems ist der Trauungsraum werktags vormittags sogar kostenlos.
  • Die Saison. Mai, Juni und September sind die gefragtesten Monate - und die Preise folgen der Nachfrage.

Was sich dagegen selten lohnt: an der Fotografie zu sparen. Sie ist der einzige Posten, von dem in einem Jahr noch etwas übrig ist.

Die Beträge in den Tabellen stammen von den unten genannten österreichischen Anbietern und sind Marktangaben, keine amtlichen Werte. Verbindlich ist allein der Amtsteil - und der ist an oesterreich.gv.at geprüft.

Häufige Fragen

Was kostet eine Hochzeit in Österreich?
Darauf gibt es keine belastbare Antwort. Vier österreichische Portale nennen für eine Hochzeit vergleichbarer Größe Beträge zwischen 10.000 und 60.000 Euro - keines davon stützt sich auf eine veröffentlichte Erhebung. Rechnet lieber selbst: Die Gästezahl mal den Verpflegungspreis ergibt bereits den größten Teil des Budgets.
Wie viel kostet eine Hochzeit mit 100 Gästen?
Hochzeitswelt nennt für rund 100 Personen etwa 20.000 Euro, EinTollesFest für 80 bis 100 Gäste 15.000 bis 35.000 Euro, eine Wiener Planungsagentur 35.000 bis 60.000 Euro. Der Unterschied liegt nicht an der Gästezahl, sondern am unterstellten Anspruch - und daran, wer die Zahl veröffentlicht.
Wie viel kostet das Essen pro Person?
Die österreichischen Angaben reichen von 25 bis 40 Euro im günstigen Bereich über 70 bis 150 Euro im Standardbereich bis 150 bis 400 Euro im Premiumsegment - jeweils pro Gast. Austria Wedding nennt 80 bis 300 Euro pro Person. Das ist der Posten, der euer Budget bestimmt.
Was kostet der Amtsteil einer Hochzeit?
Rund 82 Euro: 74 Euro Bundesgebühr für die Ermittlung der Ehefähigkeit, 5,45 Euro für die Trauung im Amtsraum während der Dienststunden und 2,10 Euro für die Trauungsniederschrift. Das ist der einzige Posten eures Budgets, der auf den Cent feststeht und nicht verhandelbar ist.
Wo lässt sich am meisten sparen?
Bei der Gästezahl und beim Wochentag. Jeder Gast kostet in Österreich zwischen 25 und 400 Euro allein an Verpflegung; zehn Gäste weniger sparen mehr als jede Verhandlung mit dem Fotografen. Und wer werktags vormittags heiratet, spart die Wochenendzuschläge - in Krems ist der Trauungsraum dann sogar kostenlos.