hochzeitsberater.at - Planen. Feiern. Erinnern.

Die Agape

Der Moment, in dem alle zum ersten Mal anstoßen: Die Gäste kommen aus der Kirche, jemand drückt ihnen ein Glas in die Hand, und die Gratulationen beginnen. In Österreich heißt dieser Empfang Agape - ein Wort, das in Deutschland kaum jemand verwendet, obwohl es die praktischste Stunde des ganzen Tages beschreibt.

Hochzeitsgäste in Tracht stehen mit Gläsern an Stehtischen mit Brot und Aufstrichen, dahinter eine Dorfkirche mit Zwiebelturm.

Kurz zusammengefasst

  • Die Agape ist der Empfang unmittelbar nach der Trauung
  • Das Wort kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet Liebe
  • Ursprünglich das frühchristliche Liebesmahl: Weißbrot und Wein
  • Sie überbrückt die Zeit, in der das Brautpaar Fotos macht
  • Eine bis eineinhalb Stunden sind üblich
  • Sie gehört an den Trauungsort, nicht zwanzig Autominuten weiter

Was die Agape ist

Agape kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet Liebe - gemeint ist nicht die zwischen zwei Menschen, sondern die uneigennützige Zuwendung zu den Mitmenschen. Der Begriff bezeichnete in der frühen Kirche das Liebesmahl, ein gemeinsames Essen der Gemeinde.

Davon ist die heutige Form geblieben: ein kleines Dankeschön an die Gäste, unmittelbar nach der Trauung. Traditionell wurden dabei Weißbrot und Wein gereicht - mehr nicht. Der Sinn war und ist, dass alle sofort anstoßen und gratulieren können, statt bis zum Essen zu warten.

Ursprünglich stand die Agape nach der kirchlichen Trauung. Heute wird sie genauso nach einer standesamtlichen Trauung gereicht, und praktisch niemand meint damit noch etwas Kirchliches. In Österreich ist das Wort einfach der übliche Ausdruck für diesen Teil des Tages.

Zum Sektempfang gibt es einen Unterschied, den man kennen darf, ohne ihn wichtig zu nehmen: Der Sektempfang ist ein weltlicher Empfang und auf Getränke ausgerichtet, die Agape kommt vom gemeinsamen Mahl. In der Praxis werden beide Wörter synonym verwendet.

Die Lücke, die sie füllt

Hinter dem schönen Brauch steckt ein sehr nüchternes Problem, und wer es kennt, plant die Agape richtig: Zwischen dem Ende der Trauung und dem Beginn des Essens liegen fast immer ein bis zwei Stunden.

In dieser Zeit macht das Brautpaar Gruppenfotos, das Paarshooting läuft, die Location wird umgebaut, das Catering bereitet vor. Die Gäste haben in dieser Zeit nichts zu tun - und stehen ohne Agape in Anzug und Kleid irgendwo herum, oft in der Sonne, oft hungrig, weil viele vor der Trauung kaum gefrühstückt haben.

Die Agape ist die Antwort darauf. Deshalb bemisst sich ihre Länge und ihr Umfang nicht an Traditionen, sondern an einer einzigen Zahl: wie lange die Fotos dauern. Klärt das mit dem Fotografen, bevor ihr über Häppchen redet.

Die Rechnung, die aufgeht

Fotozeit plus dreißig Minuten - so lange muss die Agape tragen. Wer Gruppenfotos mit achtzig Gästen plant, ist schnell bei eineinhalb Stunden, und dann reicht ein Glas Sekt nicht. Umgekehrt: Wer die Gruppenfotos vor die Agape legt, kommt mit vierzig Minuten aus.

Wie lange sie dauert

Üblich sind eine bis eineinhalb Stunden. Kürzer wirkt gehetzt, länger kippt die Stimmung - und zwar zuverlässig in dieser Reihenfolge:

  • Nach 45 Minuten haben alle gratuliert und ihr Glas leer. Jetzt entscheidet sich, ob es weitergeht oder ob Leerlauf entsteht.
  • Nach 75 Minuten beginnen die ersten zu fragen, wann es Essen gibt. Ab hier braucht die Agape Substanz, nicht nur Getränke.
  • Nach zwei Stunden sitzen die Gäste auf Mauern, die Kinder sind quengelig, und die ersten Gäste haben zu viel getrunken, weil sie auf leeren Magen angestoßen haben.

Wenn absehbar ist, dass es länger wird - große Gästezahl, weite Wege, aufwendiges Shooting - macht aus der Agape lieber gleich einen kleinen Empfang mit Sitzgelegenheiten und mehr zu essen. Das ist billiger als ein Abend, der schief anfängt.

Was gereicht wird

Getränke sind der Kern: Sekt oder Prosecco, Wein, Wasser in Mengen und mindestens ein alkoholfreies Getränk, das nicht Wasser ist. Dazu Kleinigkeiten - Brot, Aufstriche, Käse, kleine Häppchen.

Drei Dinge werden regelmäßig zu knapp bemessen:

  • Wasser. Bei Sommerhochzeiten der wichtigste Posten überhaupt. Rechnet großzügig, besonders wenn die Agape in der Sonne stattfindet.
  • Etwas Salziges. Brot, Gebäck, Käse. Viele Gäste haben seit dem Frühstück nichts gegessen, und Sekt auf leeren Magen ist der häufigste Grund für einen Gast, der um neun Uhr abends schon fertig ist.
  • Etwas für Kinder. Saft, Wasser, etwas zu knabbern - und wenn möglich eine Fläche, auf der sie sich bewegen dürfen.

Was die Agape kostet und wie sie sich zum übrigen Catering verhält, hängt davon ab, ob dieselbe Küche beides macht. Bei einer Location mit eigener Küche läuft die Agape meist über denselben Vertrag.

Wo sie stattfindet

Die wichtigste Regel: so nah am Trauungsort wie möglich. Vor der Kirche, im Kirchhof, im Innenhof des Standesamts, im Garten der Location, wenn dort auch getraut wurde. Wer die Gäste erst zwanzig Minuten fahren lässt, hat keine Agape mehr, sondern einen zweiten Termin - und verliert genau den Moment, um den es geht.

Praktisch gehört dazu geklärt:

  • Darf vor der Kirche ausgeschenkt werden? Das entscheidet die Pfarre, und die Antwort ist nicht immer ja.
  • Wer baut auf und ab? Zwischen Trauungsende und erstem Glas liegen Minuten - Stehtische und Gläser müssen vorher stehen.
  • Was passiert bei Regen? Eine Agape im Freien ohne Ausweichfläche ist der häufigste Schwachpunkt im Zeitplan.
  • Gibt es Schatten? Im Juli auf einem Kirchplatz ohne Baum stehen achtzig Menschen in der Mittagssonne.

Was sie kostet

Die Agape ist der Posten, der am häufigsten vergessen wird, weil er zwischen Trauung und Essen fällt und in keinem Angebot automatisch auftaucht. Sie kostet deutlich weniger als das Menü, aber nicht nichts.

Was sie treibt, ist weniger das Essen als das Drumherum: Personal, das ausschenkt, Gläser, Stehtische, Transport und Aufbau an einem Ort, an dem sonst nichts stattfindet. Wenn Trauung und Feier am selben Ort sind, fällt das fast weg - ein weiteres Argument für eine Location, an der beides möglich ist. Welche das sind, steht bei den Hochzeitslocations.

Wo sich sparen lässt, ohne dass es auffällt: bei der Getränkeauswahl. Ein guter Sekt, ein Weißwein, Wasser und ein Hausgetränk reichen völlig - eine volle Bar braucht bei der Agape niemand, weil alle stehen, reden und in einer Stunde ohnehin zum Essen gehen.

Häufige Fragen

Was ist eine Agape bei einer Hochzeit?
Ein kleiner Empfang unmittelbar nach der Trauung, bei dem die Gäste anstoßen und dem Brautpaar gratulieren können. Das Wort kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet Liebe - gemeint war ursprünglich das frühchristliche Liebesmahl. Traditionell wurden Weißbrot und Wein gereicht, heute ist es meist ein Umtrunk mit Kleinigkeiten.
Was ist der Unterschied zwischen Agape und Sektempfang?
In der Praxis fast keiner, in der Herkunft schon. Die Agape stammt vom frühchristlichen Liebesmahl und stand ursprünglich direkt nach der kirchlichen Trauung; der Sektempfang ist ein weltlicher Empfang, der auf Getränke ausgerichtet ist. In Österreich wird meist Agape gesagt, auch nach einer standesamtlichen Trauung.
Wie lange dauert eine Agape?
Eine bis eineinhalb Stunden sind üblich und meist genug. Sie muss die Zeit überbrücken, in der das Brautpaar Gruppen- und Paarfotos macht - dauert das länger, braucht die Agape mehr Substanz als ein Glas Sekt, sonst werden die Gäste unruhig und hungrig.
Was wird bei einer Agape gereicht?
Ursprünglich Weißbrot und Wein. Heute üblich sind Sekt, Wein, Wasser und ein alkoholfreies Getränk, dazu Kleinigkeiten - Brot, Aufstriche, Käse, kleine Häppchen. Bei langer Wartezeit oder Hitze gehört mehr dazu: Wasser in Mengen, etwas Salziges und Schatten.
Wo findet die Agape statt?
Meist direkt vor der Kirche oder dem Standesamt, im Hof, im Garten oder auf der Terrasse der Location. Entscheidend ist die Nähe zum Trauungsort: Wer die Gäste erst zwanzig Minuten fahren lässt, verliert den Sinn - die Agape soll unmittelbar nach dem Ja-Wort stattfinden.
Muss man eine Agape machen?
Nein, aber wer sie weglässt, muss die Zeit anders füllen. Zwischen Trauung und Essen liegen fast immer ein bis zwei Stunden für Fotos und Gratulation. Ohne Agape stehen die Gäste in dieser Zeit ohne Getränk und ohne Aufgabe herum - das ist der praktische Grund, warum es sie gibt.