Die Silberhochzeit
Fünfundzwanzig Jahre - und damit das bekannteste Ehejubiläum überhaupt. In Österreich ist es zugleich das letzte, das ganz euch gehört: Wer feiert, entscheidet selbst, wie. Die Ehrungen der Länder beginnen erst fünfundzwanzig Jahre später.
Kurz zusammengefasst
- Die Silberhochzeit ist das 25. Ehejubiläum
- Kein österreichisches Land und keine Stadt ehrt zu diesem Anlass
- Die amtlichen Ehrungen setzen erst bei fünfzig Jahren ein
- Dazwischen liegen Perle (30), Leinwand (35), Aluminium (37½) und Rubin (40)
- Eine kirchliche Segnung ist trotzdem jederzeit möglich
- Die Paare sind meist Mitte fünfzig - mit Kindern, die gerade ausziehen
Fünfundzwanzig Jahre
Die Silberhochzeit ist das erste Jubiläum mit einem Edelmetall im Namen. Was davor liegt, folgt einer aufsteigenden Reihe von Alltagsstoffen - Papier nach einem Jahr, Holz nach fünf, Porzellan nach zwanzig. Ab fünfundzwanzig Jahren werden die Materialien wertvoll und beständig: erst Silber, dann Gold, dann Diamant.
Im Verlauf steht sie damit an einer sichtbaren Stelle - und an einer Stelle, an der die Verwaltung noch wegsieht:
| Nach | Jubiläum | Amtliche Ehrung |
|---|---|---|
| 15 Jahre | Glashochzeit | - |
| 20 Jahre | Porzellanhochzeit | - |
| 25 Jahre | Silberne Hochzeit | kein Amt gratuliert |
| 30 Jahre | Perlenhochzeit | - |
| 35 Jahre | Leinwandhochzeit | - |
| 37½ Jahre | Aluminiumhochzeit | - |
| 40 Jahre | Rubinhochzeit | - |
| 50 Jahre | Goldene Hochzeit | erste amtliche Ehrung |
Das Fest ohne Amt
Das ist der Unterschied, den kaum jemand kennt: In Österreich ehren Länder und Städte ihre Jubelpaare - aber erst ab fünfzig Jahren.
Die Stadt Wien nennt als ehrungswürdige Jubiläen 50, 60, 65, 67,5, 70, 72,5 und 75 Jahre. Das Land Oberösterreich stellt Urkunden ab der Goldenen Hochzeit aus. Vorarlberg gratuliert nach seinem Auszeichnungs- und Gratulationengesetz zu 50, 60, 65 und 70 Jahren. Die Landeshauptstadt Graz ehrt zur Goldenen und Diamantenen im Festakt und ab der Eisernen mit einem Hausbesuch. In keiner dieser Aufzählungen kommen fünfundzwanzig Jahre vor.
Für die Feier heißt das schlicht: Es gibt nichts zu beantragen, keine Frist zu wahren und keine Unterlagen beizubringen. Wer sich fragt, ob er beim Gemeindeamt Bescheid geben muss - nein, muss er nicht. Die Silberhochzeit gehört dem Paar allein.
Einzelne Gemeinden gratulieren ihren Bürgerinnen und Bürgern aus eigenem Antrieb auch früher, etwa im Gemeindeblatt. Das ist überall unterschiedlich und nirgends geregelt. Wer es wissen will, fragt im Gemeindeamt nach - einen Anspruch gibt es nicht.
Wer heuer feiert
Wer 2026 Silberhochzeit feiert, hat 2001 geheiratet. Die meisten dieser Paare sind heute Ende vierzig bis Mitte fünfzig - in einer Lebensphase, in der die Kinder ausziehen oder gerade ausgezogen sind und beide Partner noch voll im Beruf stehen.
Das prägt das Fest mehr als das Jubiläum selbst. Anders als bei der Goldenen Hochzeit, die oft von den Kindern ausgerichtet wird, organisiert hier das Paar - und muss sich deshalb erst einmal entscheiden, ob es überhaupt feiern will.
Warum dieses Fest anders läuft
Bei den späten Jubiläen ist der Ablauf weitgehend vorgezeichnet: Die Kinder laden ein, die Gemeinde kommt, es gibt ein Mittagessen und eine Segnung. Bei der Silberhochzeit gibt es davon nichts - und genau das macht sie für viele Paare schwieriger zu planen als gedacht.
Drei Wege sind gebräuchlich, und sie schließen einander aus:
- Zu zweit wegfahren. Der häufigste Weg und der, der am wenigsten Absprache braucht. Ein verlängertes Wochenende, oft an den Ort der Hochzeitsreise.
- Im engsten Kreis essen gehen. Kinder, Eltern, Trauzeugen - zehn bis fünfzehn Personen, ein Abend, kein Programm.
- Groß feiern wie damals. Mit Einladungskarten, Saal, Musik und den Gästen von 1998 oder 2001. Aufwendig, aber für viele der eigentliche Reiz - man ist jetzt in einem Alter, in dem das Fest leisten kann, was bei der Hochzeit am Budget scheiterte.
Wer den dritten Weg wählt, plant faktisch eine Hochzeit: Location, Menü, Musik, Einladungen. Die Kostenaufstellung für Hochzeiten lässt sich dafür weitgehend übernehmen - nur Brautkleid und Standesamt fallen weg.
Wie Paare es begehen
Ein paar Beobachtungen, die sich bei diesem Jubiläum wiederholen und die Planung erleichtern.
Der Jahrestag ist ein Werktag. Anders als bei einer Hochzeit kann man ihn nicht frei legen - das Datum steht seit fünfundzwanzig Jahren fest. Fast alle Paare feiern deshalb am Wochenende davor oder danach und begehen den Tag selbst zu zweit.
Die Gästeliste ist heikler als bei der Hochzeit. In fünfundzwanzig Jahren haben sich Freundeskreise verschoben, Ehen der Gäste sind auseinandergegangen, manche Trauzeugen sieht man nicht mehr. Wer alle von damals einlädt, lädt eine Konstellation ein, die es nicht mehr gibt. Die meisten Paare fahren besser damit, nach dem Heute einzuladen statt nach dem Damals.
Eine kirchliche Segnung ist möglich, auch wenn kein Amt gratuliert. Sie ist an kein bestimmtes Jubiläumsjahr gebunden und wird in den meisten Pfarren in eine reguläre Messe eingebettet. Für Paare, die kirchlich geheiratet haben, ist das oft der stimmigste Teil des Tages.
Was man schenkt
Zur Silberhochzeit schenken vor allem die Kinder und die engsten Freunde - eine breite Geschenkerwartung wie bei einer Hochzeit gibt es nicht.
- Gemeinsame Zeit ist das dankbarste Geschenk in dieser Lebensphase: eine Reise, ein Wochenende, Karten für etwas, das beide mögen.
- Etwas aus Silber, wenn es das Material sein soll - anders als Gold zur Goldenen Hochzeit ist Silber bezahlbar und wird tatsächlich benutzt.
- Die Fotos von damals, digitalisiert und geordnet. Viele Hochzeitsalben aus den Neunziger- und Zweitausenderjahren liegen unsortiert in Kartons.
- Ein Beitrag zur Feier, wenn das Paar groß einlädt.
Geldgeschenke sind hier unüblich - anders als bei einer Hochzeit, wo sie zum Hausstand beitragen. Ein Paar nach fünfundzwanzig Ehejahren hat seinen Hausstand.
Häufige Fragen
- Wie viele Jahre ist die Silberhochzeit?
- Fünfundzwanzig Ehejahre. Sie ist das erste der großen Jubiläen mit einem Edelmetall im Namen - davor liegen Materialien wie Papier, Holz, Porzellan und Perle, danach folgt mit fünfzig Jahren die Goldene Hochzeit.
- Gibt es zur Silberhochzeit eine Ehrung vom Land oder der Gemeinde?
- Nein. Die Ehrungen der österreichischen Länder und Städte setzen erst bei der Goldenen Hochzeit nach fünfzig Jahren ein. Wien ehrt ab 50 Jahren, Oberösterreich ab 50, Vorarlberg ab 50, Graz ab 50 - zur Silberhochzeit gratuliert kein Amt und zahlt keines etwas.
- Was ist zwischen Silber- und Goldener Hochzeit?
- Die Perlenhochzeit nach 30 Jahren, die Leinwandhochzeit nach 35, die Aluminiumhochzeit nach 37½ und die Rubinhochzeit nach 40 Jahren, die auch Granat- oder Smaragdhochzeit genannt wird. Diese Jubiläen werden selten gefeiert und von keiner Stelle geehrt.
- Feiert man die Silberhochzeit groß?
- Das ist sehr unterschiedlich, und anders als bei den späten Jubiläen entscheidet das Paar allein. Viele feiern im engsten Kreis oder verreisen zu zweit; andere richten ein Fest aus, das einer Hochzeit ähnelt. Eine gesellschaftliche Erwartung wie bei der Goldenen Hochzeit gibt es nicht.
- Kann man zur Silberhochzeit kirchlich segnen lassen?
- Ja, eine Segnung ist in fast jeder Pfarre möglich und wird häufig in eine reguläre Messe eingebettet. Sie ist an kein Jubiläumsjahr gebunden - anders als die amtlichen Ehrungen, die erst ab fünfzig Jahren greifen.