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Die Goldene Hochzeit

Fünfzig Jahre - am Tisch sitzen dann Menschen, die es am Tag der Trauung noch gar nicht gab. Zur Goldenen Hochzeit meldet sich in Österreich erstmals auch das Amt: mit Urkunde, Ehrengabe und in Wien einer Einladung zur Jause ins Rathaus.

Zwei goldene Eheringe liegen auf einem alten aufgeschlagenen Fotoalbum.

Kurz zusammengefasst

  • Die Goldene Hochzeit ist das 50. Ehejubiläum
  • Es ist das erste, zu dem in Österreich amtlich geehrt wird
  • Tirol zahlt 750 Euro, Wien 300, das Burgenland 145
  • Oberösterreich strich die Gabe 2018, Vorarlberg 2025
  • Anlaufstelle ist immer die Wohnsitzgemeinde, nicht das Land
  • Wien meldet man 4 bis 6 Wochen vorher an, Tirol bis ein Jahr danach
  • Fehlt die Heiratsurkunde, stellt sie das damalige Standesamt neu aus

Die Schwelle, ab der das Amt gratuliert

Zwischen dem 25. und dem 50. Ehejahr liegt für die österreichische Verwaltung nichts. Zur Silberhochzeit kommt keine Urkunde, kein Schreiben, keine Gabe - das ist ein rein privates Fest. Erst bei fünfzig Jahren setzen die Ehrungen ein, und dann auf einmal von mehreren Seiten: vom Land, von der Gemeinde, in manchen Städten von beiden.

Das ist der Unterschied zu Deutschland, wo es meist bei einer Urkunde bleibt. In Österreich hängt an der Goldenen Hochzeit in mehreren Bundesländern eine Geldleistung, die im Landesbudget steht und beantragt werden kann. Wer davon nichts weiß, lässt sie liegen - und genau das passiert oft, weil die Information bei der Gemeinde liegt und nicht bei den Paaren ankommt.

Wer heuer feiert

Wer 2026 Goldene Hochzeit feiert, hat 1976 geheiratet. Die meisten dieser Paare sind heute Anfang bis Mitte siebzig - ein Alter, in dem eine große Feier mit Anreise, Saal und Abendprogramm üblicherweise noch problemlos möglich ist.

Deshalb ist die Goldene Hochzeit das Jubiläum, das am ehesten wie eine zweite Hochzeit begangen wird: mit Einladungen, Menü, Reden und oft mit einer kirchlichen Segnung. Bei den späteren Jubiläen wird das seltener.

Was die Länder geben

Land oder StadtWas es zur Goldenen Hochzeit gibt
Tirol750 Euro Jubiläumsgabe und Urkunde des Landeshauptmanns
Wien300 Euro Anerkennungsgabe, danach Jause im Rathaus
Burgenland145 Euro Ehrengabe über die Gemeinde
GrazEhrung im Rahmen eines Festakts
OberösterreichUrkunde und Glückwunschschreiben, Golddukaten bis 2017
VorarlbergGratulationsschreiben, 100-Euro-Gutschein bis 2024

Tirol zahlt mit 750 Euro am meisten, verlangt dafür aber die strengsten Voraussetzungen: österreichische Staatsbürgerschaft beider Eheleute und ein gemeinsamer Wohnsitz in Tirol seit mindestens 25 Jahren. Ein Paar, das erst zur Pension nach Tirol gezogen ist, erfüllt das nicht.

Wien überreicht eine Anerkennungsgabe samt Glückwunschschreiben des Bürgermeisters und lädt anschließend zur Jause ins Rathaus - die Stadt tut das nach eigenen Angaben seit 1945. Ihre Höhe nennt sie nicht; profil und meinbezirk beziffern sie übereinstimmend mit 300 Euro. Verlangt werden die österreichische Staatsbürgerschaft und der Hauptwohnsitz in Wien, eine Mindestwohndauer nicht.

Im Burgenland läuft alles über die Gemeinde: Sie meldet das Jubiläum, die Ehrengabe von 145 Euro kommt ohne eigenen Antrag. Oberösterreich verlangt drei Jahre Wohnsitz und die Unionsbürgerschaft eines der Eheleute, gibt aber nur noch Urkunde und Glückwunschschreiben.

Was es früher gab

Wenn ältere Verwandte erzählen, zur Goldenen Hochzeit habe es vom Land Geld gegeben, und die Gemeinde heute nichts davon weiß, hat beides seine Richtigkeit. Zwei Länder haben ihre Jubiläumsgaben in den letzten Jahren beendet.

Oberösterreich zahlte seit 1978 und stellte mit 1. Jänner 2018 ein. Zur Goldenen Hochzeit hatte es einen Golddukaten im Wert von etwa 130 Euro gegeben, zur Diamantenen und zur Eisernen je 400 Euro, zur Gnadenhochzeit 750, zur Juwelenhochzeit 1.500 und zur Kronjuwelenhochzeit 2.000 Euro. Das Land sparte damit rund eine Million Euro jährlich - 2016 waren es 965.000 Euro. Der damalige Landeshauptmann begründete es damit, dass es sich um eine freiwillige Leistung handle, bei der es nicht um die Linderung einer Notlage gehe.

Vorarlberg folgte 2025. Dort hatten Jubelpaare zu 50, 60 und 70 Jahren einen Gutschein über 100 Euro erhalten, den sie in heimischen Gasthäusern einlösen konnten. Im letzten Jahr des Programms gingen 97.291 Euro an 1.158 Paare. Geblieben ist das Gratulationsschreiben, das im Vorarlberger Auszeichnungs- und Gratulationengesetz geregelt ist.

Die Gemeinde bleibt

Auch wo das Land nichts mehr zahlt, ehren die meisten Gemeinden ihre Jubelpaare weiter - mit Besuch des Bürgermeisters, Blumen und oft einem Geschenk aus dem Gemeindebudget. Diese Ehrungen sind nirgends zentral veröffentlicht. Ein Anruf im Gemeindeamt klärt in fünf Minuten, was am Wohnort üblich ist.

Der Antrag und die Urkunde von damals

Erste und meist einzige Anlaufstelle ist die Wohnsitzgemeinde. Sie nimmt den Antrag entgegen oder leitet das Jubiläum weiter. Gebraucht werden je nach Land Heiratsurkunde, Meldebestätigung und Staatsbürgerschaftsnachweis, in Wien zusätzlich die Geburtsurkunden beider Eheleute.

Der häufigste Stolperstein ist die Heiratsurkunde. Nach fünfzig Jahren ist sie oft verlegt, verblasst oder bei einem Umzug verschwunden. Eine neue stellt das Standesamt aus, das die Ehe seinerzeit eingetragen hat - also die Gemeinde des damaligen Trauungsorts, nicht die heutige Wohnsitzgemeinde. Wie das läuft und was es kostet, steht bei der Heiratsurkunde. Kümmert euch früh darum: Zwischen Anfrage und Zustellung können Wochen liegen, und die Wiener Frist beträgt nur vier bis sechs Wochen.

Die Feier planen

Mit siebzig lässt sich noch groß feiern, und die meisten Paare tun das auch. Drei Dinge unterscheiden die Planung trotzdem von einer Hochzeit.

Erstens die Gästeliste. Sie schreibt sich fast von selbst, ist aber größer als gedacht: Kinder mit Partnern, Enkel mit Partnern, oft schon Urenkel, dazu Geschwister und die Freunde von damals. Vierzig bis sechzig Personen sind die Regel, nicht die Ausnahme.

Zweitens der Zeitpunkt. Ein Mittagessen erreicht alle Generationen, ein Abendfest schließt die Kleinsten und oft auch die Ältesten aus. Wer beides will, legt einen Sektempfang um elf und lässt den Nachmittag offen ausklingen.

Drittens die Rolle des Paares. Bei einer Hochzeit steht das Brautpaar im Mittelpunkt und wird bedient. Bei der Goldenen Hochzeit wollen viele Jubelpaare selbst Gastgeber sein - und sind am Ende des Tages erschöpft. Die Kinder tun gut daran, Organisation und Ablauf zu übernehmen, ohne dem Paar die Entscheidungen abzunehmen.

Eine kirchliche Segnung ist in fast jeder Pfarre möglich und wird häufig in eine reguläre Sonntagsmesse eingebettet. Das ist der einfachste Weg, weil er weder eigenen Termin noch eigene Organisation braucht - Anmeldung in der Pfarre trotzdem früh.

Was man schenkt

Bei fünfzig Jahren ist fast alles möglich, was Zeit und Erlebnis bedeutet - die Einschränkungen der späteren Jubiläen gelten hier noch nicht.

  • Eine Reise oder ein verlängertes Wochenende, gern an einen Ort mit Bezug: dorthin, wo die Hochzeitsreise hinging, oder in die erste gemeinsame Stadt.
  • Ein Fotobuch aus fünf Jahrzehnten. Das aufwendigste Geschenk und meist das, über das am längsten gesprochen wird.
  • Ein Familienporträt mit allen Generationen, professionell aufgenommen am Tag der Feier. Kostet wenig und existiert danach für immer.
  • Die Kosten der Feier, wenn das Paar selbst einlädt - das dankbarste Geschenk der Kinder und selten das, das erwartet wird.

Gold als Material liegt nahe, ist aber teuer und trifft den Geschmack oft nicht. Wer beim Motiv bleiben will, lässt eher die alten Trauringe aufarbeiten - polieren, weiten, neu gravieren. Das kostet einen Bruchteil und hat einen Bezug, den ein neues Stück nicht herstellen kann.

Häufige Fragen

Wie viele Jahre ist die Goldene Hochzeit?
Fünfzig Ehejahre. Das ist zugleich die Schwelle, ab der in Österreich die Ehrungen der Länder und Gemeinden einsetzen: Zu früheren Jubiläen, auch zur Silberhochzeit nach 25 Jahren, gratuliert kein Amt.
Was bekommt man in Österreich zur Goldenen Hochzeit?
Je nach Bundesland Unterschiedliches. Tirol zahlt 750 Euro, Wien 300 Euro und lädt danach zur Jause ins Rathaus, das Burgenland 145 Euro. Oberösterreich und Vorarlberg überreichen nur noch Urkunde beziehungsweise Gratulationsschreiben - beide haben ihre Geldleistungen gestrichen. In Graz gibt es einen Festakt.
Wo beantragt man die Ehrung zur Goldenen Hochzeit?
Bei der Wohnsitzgemeinde, nicht beim Land. In Wien erfolgt die Anmeldung vier bis sechs Wochen vor dem Festtag bei der Bezirksvorstehung oder online, in Tirol ist der Antrag noch bis zu ein Jahr nach dem Jubiläum möglich. Im Burgenland melden die Gemeinden die Jubiläen selbst. Meist werden Heiratsurkunde, Meldebestätigung und Staatsbürgerschaftsnachweis verlangt.
Was tun, wenn die Heiratsurkunde nicht mehr auffindbar ist?
Eine neue anfordern. Zuständig ist das Standesamt, das die Ehe eingetragen hat - bei Ehen aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren also die Gemeinde des damaligen Trauungsorts, auch wenn ihr längst woanders wohnt. Nach fünfzig Jahren ist das ein häufiger Fall und für die Standesämter Routine.
Gab es früher mehr Geld zur Goldenen Hochzeit?
In zwei Ländern ja. Oberösterreich überreichte seit 1978 einen Golddukaten im Wert von rund 130 Euro und stellte die Jubiläumsgaben mit 1. Jänner 2018 ein. Vorarlberg gab Gutscheine über 100 Euro und strich sie 2025 aus Spargründen - im letzten Jahr des Programms gingen dort 97.291 Euro an 1.158 Jubelpaare.