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Der Hochzeitsfotograf

Angebote für Hochzeitsfotografie sind schwer zu vergleichen, weil jedes Paket etwas anderes enthält. Es gibt aber eine Größe, an der fast überall derselbe Preis hängt: die Stundenzahl. Wer sie am eigenen Tagesablauf ausrechnet, führt jedes Gespräch anders.

Eine Fotografin fotografiert ein Brautpaar im Gegenlicht auf einer Wiese.

Kurz zusammengefasst

  • Ganztagsbegleitung von 8 bis 10 Stunden: meist 1.500 bis 2.500 Euro
  • Ein Wiener Anbieter nennt ab 790 Euro für 4 Stunden, Zusatzstunde 120 Euro
  • Nur Standesamt gibt es ab rund 390 Euro für eine Stunde
  • Die Stundenzahl ergibt sich aus dem Ablauf, nicht aus dem Paketnamen
  • 400 bis 800 bearbeitete Bilder sind bei einer Ganztagsreportage üblich
  • Gefragte Fotografen sind für Sommersamstage ein Jahr vorher vergeben

Der Preis hängt an den Stunden

Fast alle österreichischen Fotografinnen und Fotografen rechnen nach Zeit - entweder als Paket mit fixer Stundenzahl oder als Grundpreis plus Zusatzstunden. Das ist die einzige Größe, die sich zwischen Angeboten zuverlässig vergleichen lässt.

Was in Österreich für eine Ganztagsbegleitung von acht bis zehn Stunden aufgerufen wird, liegt nach Angaben mehrerer heimischer Fotografen meist zwischen 1.500 und 2.500 Euro; bei zwölf Stunden, zwei Personen oder zusätzlichem Video geht es darüber hinaus. Nach unten ist die Spanne größer, als viele erwarten - wer nur die Trauung dokumentiert haben will, zahlt einen Bruchteil.

Was veröffentlicht wird

Die wenigsten Fotografen veröffentlichen Preise. Ein Wiener Anbieter tut es vollständig, was einen brauchbaren Anker ergibt:

LeistungDauerPreisAnmerkung
Standesamt1 Stunde390 Eurokombiniert mit kirchlicher Trauung 290 Euro
Hochzeitsfotografieab 4 Stundenab 790 EuroZusatzstunde 120 Euro
Hochzeitsvideoab 4 Stundenab 1.090 EuroZusatzstunde 120 Euro, Schnittpauschale extra
Engagement-Shooting1 bis 2 Stundenab 290 Eurovorab, zum Kennenlernen
Fotoboxganzer Abendab 490 EuroFotos gedruckt und digital

Zwei Dinge sind daran lehrreich. Erstens die Zusatzstunde zu 120 Euro: Damit lässt sich jedes Paket auf die eigene Stundenzahl hochrechnen, und plötzlich sind Angebote vergleichbar, die es vorher nicht waren. Zweitens der Kombirabatt - Standesamt und kirchliche Trauung zusammen gebucht kosten dort weniger als einzeln. Danach lohnt es sich zu fragen, wenn ihr an zwei Tagen heiratet.

Das sind Wiener Preise eines einzelnen Anbieters, kein Marktdurchschnitt. Am Land liegen sie oft darunter, in Tourismusregionen zur Hochsaison darüber.

Rechnet eure Stundenzahl selbst aus

Bevor ihr Angebote einholt, legt fest, wann der Fotograf kommen und wann er gehen soll. Das dauert zehn Minuten und verändert jedes Gespräch danach. Die typischen Blöcke:

  • Getting Ready - 1 bis 2 Stunden, oft an zwei Orten
  • Trauung - 1 Stunde, kirchlich eher mehr
  • Gratulation und Gruppenfotos - 1 Stunde, mit vielen Gästen länger
  • Paarshooting - 1 bis 1,5 Stunden, idealerweise im Abendlicht
  • Agape und Empfang - 1 bis 2 Stunden
  • Menü, Reden, Torte - 2 bis 3 Stunden
  • Eröffnungstanz und Party - 1 Stunde reicht meist, danach wiederholen sich die Bilder

Daraus ergibt sich fast von selbst, wo ihr abschneidet. Der häufigste Kompromiss: Der Fotograf bleibt bis eine Stunde nach dem Eröffnungstanz. Was danach passiert, halten die Gäste ohnehin selbst fest.

Die teuerste Stunde ist die erste

Getting Ready ist der Block, den Paare am ehesten streichen, wenn das Budget drückt - und der, den sie am häufigsten vermissen. Wenn ihr kürzen müsst, kürzt lieber am Abend: Partybilder ähneln sich, die Stunde vor der Trauung gibt es nur einmal.

Warum Pakete unvergleichbar sind

Zwei Angebote über 1.800 Euro können völlig Verschiedenes bedeuten. Diese Positionen entscheiden über den tatsächlichen Wert und stehen selten nebeneinander:

  • Anzahl der bearbeiteten Bilder und ob alle oder nur eine Auswahl übergeben wird
  • Zweiter Fotograf - deutlich mehr Perspektiven, deutlich höherer Preis
  • Anfahrt und Nächtigung, besonders bei Locations in den Bergen oder im Seewinkel
  • Lieferzeit der fertigen Bilder - vier Wochen oder vier Monate ist beides üblich
  • Nutzungsrechte und Datenübergabe
  • Album oder Druckprodukte, oft der größte versteckte Unterschied

Fragt bei jedem Angebot dieselben sechs Punkte ab und schreibt die Antworten nebeneinander. Erst dann steht fest, welches Angebot günstiger ist.

Woran ihr eine Zusage festmacht

Der Preis ist bei diesem Gewerk der schlechteste Auswahlgrund, weil das Ergebnis stärker an der Person hängt als bei jedem anderen Dienstleister. Drei Dinge helfen mehr:

Eine vollständige Hochzeit ansehen, nicht die Bestenauswahl auf der Startseite. Jeder hat zwanzig gute Bilder. Interessant ist, wie eine ganze Reportage aussieht - besonders bei schlechtem Wetter und in dunklen Räumen.

Auf eure Location achten. Wer in Kirchen fotografiert, kennt schwieriges Licht. Wer bisher nur im Freien gearbeitet hat, tut sich in einem dunklen Gewölbe schwer. Fragt nach Bildern aus einer vergleichbaren Umgebung.

Persönlich sprechen. Diese Person begleitet euch zehn Stunden lang durch den emotionalsten Tag und ist auf jedem zweiten Bild der Grund, warum ihr entspannt ausseht - oder nicht. Ein Videocall genügt, aber ein Kontakt vor der Zusage sollte sein.

Nutzungsrechte und Datenübergabe

Das Urheberrecht an den Bildern bleibt beim Fotografen - ihr bekommt Nutzungsrechte, und deren Umfang ist Verhandlungssache. Manche Anbieter räumen ausdrücklich alle privaten Nutzungsrechte ein, andere beschränken Druck oder Weitergabe.

Vier Fragen, die vor der Unterschrift geklärt sein sollten:

  • Dürfen wir die Bilder drucken lassen, verschenken und online stellen?
  • Darf der Fotograf sie veröffentlichen - auf Website, Social Media, in Werbung?
  • Wie lange werden die Daten aufbewahrt, und bekommen wir sie in voller Auflösung?
  • Was passiert bei Krankheit am Hochzeitstag - gibt es eine Vertretung?

Besonders der letzte Punkt wird selten gefragt und ist der einzige, bei dem es um den ganzen Tag geht. Gute Fotografen haben ein Netzwerk und eine Antwort darauf.

Häufige Fragen

Was kostet ein Hochzeitsfotograf in Österreich?
Für eine Ganztagsbegleitung von acht bis zehn Stunden nennen österreichische Fotografen und Branchenseiten meist 1.500 bis 2.500 Euro, bei längerer Begleitung und zwei Personen auch mehr. Kürzere Einsätze gibt es deutlich günstiger: Ein Wiener Anbieter verlangt ab 790 Euro für vier Stunden und 390 Euro für eine Stunde am Standesamt.
Wie viele Stunden braucht man einen Hochzeitsfotografen?
Das hängt daran, wo euer Tag beginnt und endet. Nur Trauung und Gruppenfotos kommen mit zwei bis drei Stunden aus. Getting Ready bis zur Torte sind sechs bis acht. Wer den Eröffnungstanz und die Feier bis in die Nacht dokumentiert haben will, liegt bei zehn und mehr. Rechnet die Stunden am Ablauf ab, nicht am Paketnamen.
Wie viele Bilder bekommt man?
Bei einer Ganztagesreportage sind je nach Fotograf 400 bis 800 bearbeitete Bilder üblich. Die Zahl allein sagt wenig - entscheidend ist, ob alle Bilder bearbeitet übergeben werden oder nur eine Auswahl und was eine Nachbestellung kostet.
Wann bucht man den Hochzeitsfotografen?
Gefragte Fotografen sind für Sommersamstage ein Jahr im Voraus vergeben. Sobald Datum und Location stehen, ist der Fotograf einer der ersten Dienstleister, den ihr fixieren solltet - noch vor Musik und Torte, weil er nur einmal pro Tag arbeiten kann.
Braucht man ein Kennenlern-Shooting?
Nötig ist es nicht, nützlich oft schon. Ein Engagement-Shooting kostet bei dem Wiener Anbieter ab 290 Euro und zeigt beiden Seiten, wie die Zusammenarbeit läuft. Wer sich vor der Kamera unwohl fühlt, bekommt dadurch am Hochzeitstag deutlich bessere Bilder.
Wem gehören die Hochzeitsfotos?
Das Urheberrecht bleibt beim Fotografen, ihr erhaltet Nutzungsrechte. Wie weit die reichen, unterscheidet sich stark - manche Anbieter räumen ausdrücklich alle privaten Nutzungsrechte ein. Klärt vorab, ob ihr die Bilder drucken, verschenken und online stellen dürft und ob der Fotograf sie selbst veröffentlichen darf.