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Die Eiserne Hochzeit

Fünfundsechzig Jahre verheiratet - das schaffen so wenige Paare, dass viele Gemeinden jedes einzelne im Amtsblatt nennen. Die häufigste Frage dazu ist trotzdem eine ganz nüchterne: Ist die Eiserne Hochzeit nach 65 Jahren oder nach 70? In Österreich nach 65, und das lässt sich amtlich belegen.

Zwei alte Eheringe liegen nebeneinander auf einer verwitterten Eisenplatte.

Kurz zusammengefasst

  • In Österreich liegt die Eiserne Hochzeit bei 65 Ehejahren
  • 70 Jahre heißen Gnadenhochzeit oder Platinhochzeit, 67½ Steinerne Hochzeit
  • Wien zahlt dazu 700 Euro, das Burgenland 290 Euro
  • Tirol zahlt nichts - seine Gabe kennt nur 50, 60 und 70 Jahre
  • Graz kommt mit Geschenkkorb und Blumenstrauß ins Haus
  • Die Anmeldung läuft über die Wohnsitzgemeinde, in Wien 4 bis 6 Wochen vorher

65 Jahre, nicht 70

Die Namen der Hochzeitstage stammen aus dem Volksbrauch. Sie wurden nie in ein Gesetz geschrieben, und deshalb weichen sie regional voneinander ab - besonders bei den hohen Jubiläen, die früher kaum jemand erreichte. Genau daher kommt die Verwirrung um die Eiserne Hochzeit.

Für Österreich lässt sich die Frage trotzdem eindeutig beantworten, und zwar nicht über Brauchtumsliteratur, sondern über die Verwaltung. Drei amtliche Stellen verwenden dieselbe Zuordnung:

  • oesterreich.gv.at führt in seiner Liste der Hochzeitsjubiläen die Eiserne Hochzeit bei 65 Jahren
  • das Land Oberösterreich vergibt seine Urkunden nach demselben Schema - 50 Goldene, 60 Diamantene, 65 Eiserne, 67½ Steinerne, 70 Gnadenhochzeit
  • die Stadt Wien ehrt Paare nach 50, 60, 65, 67,5, 70, 72,5 und 75 Jahren und nennt die 65 ausdrücklich als eigenes Jubiläum

Siebzig Jahre heißen in dieser Systematik Gnadenhochzeit, daneben ist Platinhochzeit gebräuchlich. Wer in einem deutschen Ratgeber die Eiserne bei 70 findet, hat keine falsche Quelle erwischt, sondern eine andere regionale Tradition. Für eine österreichische Ehrung zählt die amtliche Zuordnung - danach richtet sich der Termin, zu dem die Gemeinde kommt.

Wer heuer feiert

Ein Paar, das 2026 seine Eiserne Hochzeit begeht, hat 1961 geheiratet. Wer damals mit Anfang zwanzig vor dem Standesamt stand, ist heute Mitte achtzig; wer später heiratete, entsprechend älter.

Das ist keine Nebenrechnung, sondern der Grund, warum dieses Jubiläum so selten ist. Für die Goldene Hochzeit müssen beide Partner fünfzig Jahre durchhalten, für die Eiserne fünfzehn weitere - und zwar in einem Lebensabschnitt, in dem die Wahrscheinlichkeit, dass einer von beiden stirbt, jedes Jahr steigt. Deshalb steht in vielen Gemeindezeitungen jede einzelne Eiserne Hochzeit mit Namen, während die Goldenen in einer Liste zusammengefasst werden.

Was es dafür gibt

Anders als in Deutschland ist das Ehejubiläum in Österreich vielerorts mit einer Leistung verbunden, die im Landesbudget steht. Für die 65 Jahre sieht es so aus:

Land oder StadtWas es zur Eisernen Hochzeit gibt
Wien700 Euro Anerkennungsgabe, Glückwunschschreiben des Bürgermeisters, danach Jause im Rathaus
Burgenland290 Euro Ehrengabe, Meldung über die Gemeinde
GrazHausbesuch mit Geschenkkorb und Blumenstrauß
VorarlbergGratulationsschreiben des Landes, seit 2025 ohne Gutschein
OberösterreichUrkunde und Glückwunschschreiben, Geldgabe seit 2018 gestrichen
Tirolnichts - die Jubiläumsgabe kennt nur 50, 60 und 70 Jahre

Die Wiener Anerkennungsgabe ist die höchste Geldleistung, die es in Österreich zu diesem Jubiläum gibt - wobei die Stadt selbst nur das Jubiläum und die Gabe bestätigt, nicht deren Höhe; die 700 Euro nennen übereinstimmend profil und meinbezirk. Voraussetzung sind die österreichische Staatsbürgerschaft und der Hauptwohnsitz in Wien; angemeldet wird vier bis sechs Wochen vor dem Festtag bei der Bezirksvorstehung oder online. Mitzubringen sind Staatsbürgerschaftsnachweise, Geburtsurkunden, Meldebestätigungen und die Heiratsurkunde. Die Anmeldung selbst kostet nichts. Nach der Übergabe lädt der Bürgermeister zur Jause ins Rathaus.

Im Burgenland müsst ihr nichts tun - dort melden die Gemeinden die Jubiläen, und die Ehrengabe von 290 Euro kommt über diesen Weg. In Graz wechselt die Form der Ehrung genau bei diesem Jubiläum: Zur Goldenen und Diamantenen lädt die Stadt zum Festakt, ab der Eisernen kommt sie mit Geschenkkorb und Blumenstrauß ins Haus. Das ist eine Rücksicht auf das Alter der Jubelpaare, und sie ist bemerkenswert konsequent zu Ende gedacht.

Die Tiroler Lücke

Ein Detail, das Tiroler Paare überrascht: Die Jubiläumsgabe des Landes Tirol ist mit 750 Euro zur Goldenen, 1.000 zur Diamantenen und 1.100 Euro zur Gnadenhochzeit die großzügigste Österreichs - die Eiserne Hochzeit kommt darin aber nicht vor. Zwischen dem 60. und dem 70. Ehejahr gibt es vom Land nichts.

Für ein Paar in Innsbruck heißt das: zur Diamantenen 1.000 Euro, fünf Jahre später nichts, weitere fünf Jahre später 1.100 Euro. Ein Paar in Wien bekommt in derselben Zeit 500, dann 700, dann 1.100 Euro. Wer in Tirol lebt und die 65 Jahre erreicht, sollte sich deshalb an die Gemeinde wenden - viele Tiroler Gemeinden ehren ihre Jubelpaare zusätzlich aus eigenen Mitteln, und das ist dann die einzige Leistung, die zu diesem Anlass fließt.

Ein Jahr Zeit

Wo Tirol großzügig ist, ist es die Frist: Der Antrag auf die Jubiläumsgabe kann noch bis zu ein Jahr nach der Jubelhochzeit gestellt werden. Wien dagegen will die Anmeldung vier bis sechs Wochen vorher. Wer den Wiener Termin verpasst, verpasst die Gabe.

Eine Feier für Neunzigjährige

Die Eiserne Hochzeit wird anders gefeiert als die Goldene, und wer sie ausrichtet, plant am besten von den Einschränkungen her statt vom Programm.

Der Ort entscheidet mehr als alles andere. Ein Lokal ohne Lift oder mit langem Weg vom Parkplatz fällt aus, auch wenn es das Stammlokal ist. Gute Erfahrungen machen Familien mit einer Feier zu Hause oder in einem Gasthaus im selben Ort - kurze Wege, vertraute Umgebung, und die Möglichkeit, sich zwischendurch hinzulegen. Die Feier sollte am frühen Nachmittag beginnen und nicht bis in den Abend gehen; zwei bis drei Stunden sind für die meisten Jubelpaare das Maximum.

Ebenso wichtig: die Lautstärke. In einem Raum mit vierzig Gästen und harter Akustik versteht ein schwerhöriges Paar nichts mehr und zieht sich innerlich zurück. Kleinere Runde, weiche Oberflächen, keine Hintergrundmusik während der Gespräche - das ist für dieses Fest wichtiger als Dekoration.

Viele Paare wünschen sich außerdem eine kirchliche Segnung. Sie ist in fast jeder Pfarre möglich und wird oft in eine reguläre Messe eingebettet, was den Aufwand für alle Beteiligten klein hält. Fragt in der Pfarre nach, sobald der Termin steht - die Pfarrkalender sind an Wochenenden voll.

Was man schenkt

Die Faustregel für dieses Alter: nichts, was Platz braucht, Pflege verlangt oder entsorgt werden muss. Die meisten Jubelpaare haben in den letzten Jahren eher reduziert als angeschafft.

  • Fotos aus der Familie, gerahmt oder als gebundenes Buch. Das ist das Geschenk, das bei diesem Jubiläum am zuverlässigsten ankommt - und es kostet vor allem Zeit, nicht Geld.
  • Gemeinsame Zeit mit Kindern, Enkeln und Urenkeln. Ein Nachmittag, an dem alle da sind, ist für viele Paare der eigentliche Anlass.
  • Praktische Hilfe, verbindlich zugesagt: Fahrten zu Terminen, Gartenarbeit, Hilfe bei Formularen. Weniger festlich, dafür jeden Monat spürbar.
  • Etwas Kleines aus Eisen, wenn es das Material sein soll - ein geschmiedetes Herz, ein Hufeisen. Als Symbol schön, als Gebrauchsgegenstand selten sinnvoll.

Geldgeschenke sind hier unüblich und wirken leicht unpassend - anders als bei einer Hochzeit, wo sie zur Aussteuer beitragen. Wer etwas beisteuern will, übernimmt eher die Kosten der Feier.

Glückwünsche, die passen

Für dieses Jubiläum taugen die üblichen Hochzeitssprüche nicht - Wünsche für eine gemeinsame Zukunft klingen bei einem Paar Mitte achtzig schnell unbeholfen. Was trägt, ist der Rückblick statt der Vorausschau.

Konkret werden hilft mehr als feierlich werden. Ein Satz, der eine bestimmte Erinnerung nennt - das Haus, das die beiden gebaut haben, die Sonntage in ihrer Küche, ein Rat, der hängen geblieben ist - wiegt schwerer als jedes Zitat. Für die Karte reicht dann ein schlichter Rahmen darum: der Anlass, die Erinnerung, ein Dank, ein Wunsch für Gesundheit.

Wer Formulierungen sucht, findet Muster und Aufbau bei den Glückwünschen zur Hochzeit - für die Eiserne Hochzeit gilt davon vor allem eines: kurz halten. Eine Ansprache von zehn Minuten ist für die Gefeierten anstrengender als für alle anderen im Raum.

Häufige Fragen

Wie viele Jahre ist die Eiserne Hochzeit?
In Österreich 65 Jahre. So führen es oesterreich.gv.at, das Land Oberösterreich und die Stadt Wien übereinstimmend. Die 70 Jahre, die man manchmal liest, sind die Gnadenhochzeit, auch Platinhochzeit genannt. Dazwischen liegt bei 67½ Jahren noch die Steinerne Hochzeit.
Warum steht in manchen Quellen 70 Jahre?
Weil die Namen aus dem Volksbrauch stammen und nie einheitlich festgelegt wurden - regional und zwischen Deutschland und Österreich gibt es Abweichungen. Für Österreich ist die Zuordnung insofern eindeutig, als die Ämter danach ehren: Wer eine Ehrung beantragt, bekommt sie nach 65 Jahren, nicht nach 70.
Gibt es zur Eisernen Hochzeit Geld vom Land?
In Wien 700 Euro und im Burgenland 290 Euro. Tirol zahlt zu diesem Jubiläum nichts - seine Jubiläumsgabe ist nur für 50, 60 und 70 Jahre vorgesehen. Oberösterreich zahlte bis 2017 noch 400 Euro und stellte die Leistung mit 1. Jänner 2018 ein.
Wie viele Paare erreichen die Eiserne Hochzeit?
Sehr wenige. Wer nach 65 Ehejahren noch zu zweit ist, hat meist mit Anfang zwanzig geheiratet und ist heute Mitte achtzig bis neunzig. Beide Partner müssen dafür nicht nur am Leben, sondern auch noch verheiratet sein - deshalb ist dieses Jubiläum ungleich seltener als die Goldene Hochzeit.
Was schenkt man zur Eisernen Hochzeit?
Nichts, was Platz braucht oder Pflege verlangt. Bewährt haben sich gerahmte Fotos, ein gebundenes Fotobuch aus den Familienalben, ein gemeinsamer Nachmittag mit der ganzen Familie oder praktische Hilfe im Alltag. Eisen als Material wird eher symbolisch aufgegriffen, etwa als kleines Schmiedestück, als dass es ein sinnvolles Geschenk ergäbe.