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Die Hochzeitstorte

Sie steht den halben Abend im Raum, alle fotografieren sie, und angeschnitten wird sie in dem Moment, in dem der Tag von der Feier in die Nacht kippt. Bei den Preisen gibt es dabei eine Überraschung: Pro Portion ist die kleine Torte fast doppelt so teuer wie die große.

Eine schlichte weiße dreistöckige Torte steht auf einem Holztisch, dekoriert mit wenigen Blüten.

Kurz zusammengefasst

  • Eine veröffentlichte Wiener Preisliste reicht von 133 Euro (12 Portionen) bis 781 Euro (120)
  • Pro Portion sinkt der Preis dabei von 11,08 auf 6,51 Euro
  • Eckige Torten und höhere Ausführungen kosten deutlich mehr als runde
  • Mit Candybar oder Mehlspeistafel reichen Portionen für zwei Drittel der Gäste
  • Eilanfertigung, Tortengestell und Lieferung werden extra verrechnet
  • Der Aufschlag für Eile beträgt dort 10 bis 20 Prozent

Eine echte Preisliste

Die meisten Konditoreien nennen Preise erst im Gespräch, was den Vergleich schwer macht. Die Konditorei Klaus Hanauer in Wien veröffentlicht ihre Hochzeitstortenpreise vollständig - das ergibt einen Anhaltspunkt, an dem ihr jedes Angebot messen könnt. Für runde Torten mit fünf Zentimetern Höhe steht dort:

GrößeAufbauPreisPro Portion
12 Portioneneinstöckig133,00 Euro11,08 Euro
20 Portioneneinstöckig181,00 Euro9,05 Euro
30 Portioneneinstöckig241,00 Euro8,03 Euro
40 Portionen2 Stockwerke301,00 Euro7,53 Euro
50 Portionen3 Stockwerke361,00 Euro7,22 Euro
120 Portionen7 Stockwerke781,00 Euro6,51 Euro

Das ist eine Wiener Konditorei, kein Landesdurchschnitt - in Ballungsräumen und Tourismusregionen liegen die Preise tendenziell höher als am Land. Als Maßstab taugt die Liste trotzdem, weil sie vollständig ist und die Nebenkosten mit ausweist.

Warum kleine Torten teuer sind

Entscheidend ist der Preis pro Portion, und der fällt mit der Größe deutlich. Bei zwölf Portionen sind es 11,08 Euro, bei hundertzwanzig nur noch 6,51 - fast die Hälfte.

Der Grund ist die Arbeit, die unabhängig von der Größe anfällt: Aufbau, Überzug, Dekor, Transport. Eine kleine Torte braucht davon fast so viel wie eine große, verteilt die Kosten aber auf wenige Portionen.

Für die Planung folgt daraus etwas Praktisches: Eine kleinere Torte zu bestellen spart weniger, als man denkt. Wer von fünfzig auf dreißig Portionen geht, spart nach dieser Liste 120 Euro - aber die Torte reicht dann für zwanzig Gäste weniger. Wer wirklich sparen will, dreht an Form und Höhe, nicht an der Portionenzahl.

Wie viele Portionen ihr braucht

Die Standardrechnung lautet: eine Portion pro Gast. Sie stimmt aber nur, wenn die Torte das einzige Süße des Tages ist - und das ist sie in Österreich selten.

  • Torte allein: eine Portion pro Gast.
  • Torte plus Mehlspeistafel oder Candybar: Portionen für etwa zwei Drittel der Gäste reichen erfahrungsgemäß.
  • Anschnitt spät am Abend: noch weniger, weil ein Teil der Gäste schon weg ist und viele nach dem Menü nichts mehr mögen.

Kinder zählen selten als volle Portion. Und die oberste Etage heben manche Paare für den ersten Jahrestag auf - eine hübsche Idee, die aber bedeutet, dass diese Portionen am Fest fehlen. Rechnet sie dann heraus.

Stockwerke, Höhe und Form

Drei Faktoren treiben den Preis, und nur einer davon ist die Größe.

Die Form. Eckige Torten sind bei Hanauer durchgehend teurer als runde: 357 statt 301 Euro bei vierzig Portionen, 877 statt 781 bei hundertzwanzig. Als American Pie steigt derselbe Umfang auf 425 beziehungsweise 1.025 Euro.

Die Höhe. Die günstigen Preise gelten für fünf Zentimeter Tortenhöhe. Die höheren Ausführungen mit acht bis zehn Zentimetern kosten deutlich mehr - bei gleicher Portionenzahl. Wer eine imposante Torte will, zahlt vor allem dafür.

Das Dekor. Handgefertigte Zuckerblumen, Goldakzente und aufwendige Designs werden fast überall getrennt verrechnet. Das ist der Posten mit der größten Spannweite und der einzige, bei dem sich Sparen ohne Verlust an Menge machen lässt: Frische Blumen statt Zuckerblumen kosten einen Bruchteil und sehen auf Fotos oft besser aus. Klärt dabei mit der Konditorei, welche Blumen lebensmitteltauglich sind.

Was zusätzlich verrechnet wird

Der Tortenpreis ist selten der Endpreis. Die veröffentlichte Liste zeigt, welche Posten dazukommen - und die gibt es fast überall:

  • Eilanfertigung: zehn Prozent Aufschlag bei zwei Tagen Vorlauf, zwanzig Prozent bei einem Tag.
  • Tortengestell: fünf Tage gratis, danach 36 Euro pro Woche Leihgebühr.
  • Lieferung: ab 400 Euro Auftragswert vergünstigt, ab 1.200 Euro gratis. Darunter kommt sie dazu.
Die Frage beim Angebot

Fragt nicht „was kostet die Torte“, sondern „was kostet sie geliefert und aufgebaut vor Ort“. Zwei Angebote mit demselben Tortenpreis können sich um hundert Euro unterscheiden, wenn eines Lieferung und Gestell enthält und das andere nicht.

Wann ihr bestellt

Die Torte selbst braucht wenig Vorlauf - vier bis sechs Wochen genügen den meisten Konditoreien. Der Termin ist das Problem: An Sommersamstagen sind gefragte Häuser Monate im Voraus ausgebucht, weil sie an einem Tag nur eine begrenzte Zahl an Torten ausliefern können.

Fragt deshalb früh nach der Verfügbarkeit am Datum und entscheidet über Geschmack und Aussehen später. Eine Verkostung ist bei den meisten Konditoreien möglich und sinnvoll - sie kostet oft etwas, das bei Bestellung angerechnet wird.

Klärt beim selben Termin die Logistik: Wer nimmt die Torte entgegen, wo steht sie bis zum Anschnitt, und gibt es dort einen kühlen Platz. Eine Buttercremetorte, die vier Stunden in der Sonne auf der Terrasse steht, ist das teuerste vermeidbare Missgeschick des Tages.

Wo sich sparen lohnt

Drei Hebel, in der Reihenfolge ihrer Wirkung:

  • Runde statt eckige Form, niedrige statt hohe Ausführung. Der größte Unterschied bei gleicher Portionenzahl - nach der Wiener Liste bis zu einem Viertel.
  • Schlichtes Dekor mit frischen Blumen statt handgefertigter Zuckerarbeit. Spart je nach Aufwand dreistellig.
  • Eine kleinere Schautorte plus Blechkuchen aus der Küche. Angeschnitten wird die Torte, serviert wird vom Blech - das ist in Österreich verbreitet und für die Gäste nicht unterscheidbar.

Was sich nicht lohnt: an der Portionenzahl zu drehen. Wegen des fallenden Portionspreises spart das wenig und geht am Ende zulasten der Gäste, die keine Torte mehr bekommen.

Häufige Fragen

Was kostet eine Hochzeitstorte in Österreich?
Die Wiener Konditorei Klaus Hanauer veröffentlicht ihre Preise: eine runde Torte mit 12 Portionen kostet 133 Euro, mit 50 Portionen und drei Stockwerken 361 Euro, mit 120 Portionen und sieben Stockwerken 781 Euro. Umgerechnet sind das 11,08 Euro pro Portion bei der kleinsten und 6,51 bei der größten Torte. Andere Häuser liegen je nach Region und Aufwand darüber oder darunter.
Wie viele Portionen braucht man pro Gast?
Eine Portion pro Gast ist die übliche Rechnung, wenn die Torte das einzige Süße ist. Gibt es zusätzlich eine Candybar oder eine Mehlspeistafel - in Österreich die Regel, nicht die Ausnahme - reichen erfahrungsgemäß Portionen für zwei Drittel der Gäste. Wer die Torte erst spät am Abend anschneidet, kommt mit noch weniger aus.
Was kostet eine Hochzeitstorte für 80 Gäste?
Nach der veröffentlichten Liste der Konditorei Hanauer liegt eine runde Torte in dieser Größenordnung zwischen den Werten für 50 und 120 Portionen, also grob zwischen 400 und 600 Euro. Eckige Torten und höhere Ausführungen kosten dort deutlich mehr - für 120 Portionen 877 statt 781 Euro, als American Pie 1.025 Euro.
Wann muss man die Hochzeitstorte bestellen?
Für gefragte Termine im Sommer mehrere Monate vorher, für die Torte selbst reichen meist vier bis sechs Wochen. Wer kurzfristig bestellt, zahlt bei manchen Konditoreien Aufschläge - Hanauer verrechnet für Eilanfertigungen zwei Tage vorher zehn Prozent und einen Tag vorher zwanzig Prozent.
Ist die Lieferung im Preis enthalten?
Meist nicht. Bei der Konditorei Hanauer gibt es ab 400 Euro Auftragswert einen Lieferrabatt, ab 1.200 Euro entfällt die Liefergebühr ganz. Das Tortengestell ist dort fünf Tage gratis, danach kostet es 36 Euro pro Woche. Fragt beides ab, bevor ihr Angebote vergleicht.