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Der Hochzeits-DJ

Bei der Musik entscheiden die meisten Paare zuerst über den Geschmack und dann über das Budget. Beides führt in die Irre, solange eine dritte Frage offen ist: Was lässt eure Location überhaupt zu - an Platz, an Strom, an Lautstärke und an Sperrstunde.

Gäste tanzen abends unter warmen Lichterketten auf einer Tanzfläche.

Kurz zusammengefasst

  • Ein österreichischer Anbieter nennt 700 Euro für 6 Stunden, 1.000 für 8 mit Licht
  • Branchenweit werden 1.000 bis 3.000 Euro genannt - je nach Setup und Dauer
  • Lichttechnik ist im günstigsten Paket oft nicht enthalten
  • Rechnet die Stunden vom Eröffnungstanz weg, nicht vom Paketnamen
  • Anfahrt ist meist bis 50 km inkludiert, darüber kommt eine Pauschale
  • DJ oder Band entscheidet die Location mit: Platz, Strom, Lautstärke

Was veröffentlicht wird

Auch bei DJs sind veröffentlichte Preise die Ausnahme. Ein österreichischer Anbieter legt seine Pakete offen, was einen Anhaltspunkt für die Struktur gibt - nicht für den Marktdurchschnitt:

PaketSpielzeitPreisEnthalten
DJ Smart6 Stunden700 EuroTontechnik, Vorgespräch, Anfahrt bis 50 km
DJ Classic8 Stunden1.000 Eurozusätzlich Lichttechnik
DJ Flower8 Stunden1.320 Eurozusätzlich Brautstrauß und Tischdeko bis 6 Tische
DJ Deluxe12 Stunden1.750 Eurozusätzlich Fotobox unbegrenzt

Interessant ist weniger die Höhe als der Sprung zwischen den ersten beiden Paketen: 300 Euro mehr für zwei Stunden zusätzlich und Lichttechnik. Daran lässt sich ablesen, was beides ungefähr wert ist - und damit auch beurteilen, ob ein anderes Angebot mit „Licht inklusive“ tatsächlich günstiger ist.

Warum die Spanne so groß ist

Branchenseiten nennen für Österreich meist 1.000 bis 3.000 Euro, einzelne Anbieter starten bei 300. Beides stimmt, weil unter demselben Wort sehr Verschiedenes verkauft wird.

  • Erfahrung. Zwischen jemandem, der nebenbei auflegt, und einem hauptberuflichen Hochzeits-DJ liegt der größte Teil der Spanne.
  • Technik. Ton allein, Ton mit Licht, dazu Funkmikrofone für die Reden, Nebel, LED-Wand - jede Stufe kostet.
  • Dauer. Sechs Stunden gegen zwölf ist der zweite große Hebel.
  • Zusatzleistungen. Fotobox, Deko und sogar Brautstrauß tauchen in Paketen auf und machen den Preisvergleich unmöglich, wenn man nicht hinsieht.

Für die Auswahl heißt das: Vergleicht nicht Endpreise, sondern rechnet jedes Angebot auf eure Stundenzahl und eure Technikliste um.

DJ oder Band - die falsche Frage

Die Entscheidung wird meist als Geschmacksfrage geführt, ist aber überwiegend eine praktische.

Eine Band bringt etwas, das kein DJ kann: Menschen, die spielen, und einen Moment, den alle ansehen. Sie braucht dafür Platz auf einer Bühne oder Fläche, ausreichend Strom, eine Umkleide, Verpflegung - und sie macht Pausen. Zwei Sets à fünfundvierzig Minuten mit Pause dazwischen heißt: Für den Rest des Abends braucht ihr trotzdem Musik.

Ein DJ spielt durchgehend, deckt jede Musikrichtung ab, reagiert auf die Stimmung und passt in jede Ecke. Er ersetzt nur die Live-Wirkung nicht.

Der verbreitetste Kompromiss in Österreich: Band für den frühen Abend, inklusive Eröffnungstanz, DJ danach für die Nacht. Das kostet mehr als eines von beidem und weniger Nerven als ein Abend mit Pausen.

Was die Location vorgibt

Bevor ihr Angebote einholt, klärt vier Dinge mit dem Haus - sie entscheiden die Musikfrage oft von selbst:

  • Sperrstunde und Musikende. Beides ist nicht dasselbe. Manche Häuser drehen die Musik früher ab, als geschlossen wird.
  • Lautstärkebegrenzung. In Wohngebieten und bei Locations mit Nachbarn gibt es Limits, teils technisch erzwungen. Eine Band lässt sich schlechter leise stellen als ein DJ.
  • Musik im Freien. Häufig nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit erlaubt - danach muss die Feier hinein.
  • Strom und Platz. Almhütten und alte Gewölbe haben beides selten im nötigen Umfang.

Diese Fragen gehören ohnehin auf die Liste für den Besichtigungstermin - siehe Hochzeitslocation. Wer sie vorher stellt, spart sich Angebote für ein Setup, das gar nicht möglich ist.

Das Vorgespräch entscheidet

Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Hochzeitsabend liegt selten an der Playlist und fast immer daran, ob der DJ den Ablauf kennt. Viele Anbieter führen deshalb ein Vorgespräch, teils ausdrücklich mit den Trauzeugen - das ist kein Verkaufstermin, sondern der eigentliche Arbeitsschritt.

Was dort hingehört:

  • Der Eröffnungstanz: welches Lied, welche Version, welche Länge, wann alle anderen dazukommen.
  • Die Reden und Programmpunkte: wann sie stattfinden, wer ein Mikrofon braucht.
  • Der Tortenanschnitt und ob es dafür Musik gibt.
  • Eine kurze Wunschliste - und wichtiger: eine Liste dessen, was auf keinen Fall gespielt werden soll.
  • Wer ansagen darf und wer nicht. Nicht jedes Paar will einen moderierenden DJ.

Technik, die oft fehlt

Zwei Posten werden regelmäßig übersehen, weil sie nichts mit Tanzmusik zu tun haben.

Funkmikrofone für die Reden. In einem Saal mit hundert Gästen versteht die hintere Hälfte eine Rede ohne Mikrofon nicht. Zwei Handmikrofone sind das Minimum, wenn Reden geplant sind - und sie sind in günstigen Paketen fast nie enthalten.

Beschallung für die Trauung. Bei einer freien Trauung im Garten oder auf einer Wiese braucht ihr Ton für Rednerin, Musik und eventuell Mikrofone für das Paar. Manche DJs übernehmen das als Zusatzleistung, andere nicht - fragt danach, wenn Trauung und Feier am selben Ort stattfinden.

Häufige Fragen

Was kostet ein Hochzeits-DJ in Österreich?
Ein österreichischer Anbieter veröffentlicht 700 Euro für sechs Stunden mit Tontechnik und 1.000 Euro für acht Stunden mit Ton- und Lichttechnik. Branchenseiten nennen als Spanne meist 1.000 bis 3.000 Euro, weil darin auch aufwendige Setups und lange Nächte enthalten sind. Nebenberufliche DJs liegen deutlich darunter.
Wie lange spielt ein Hochzeits-DJ?
Übliche Pakete umfassen sechs bis acht Stunden, was vom Eröffnungstanz bis in die frühen Morgenstunden meist knapp wird. Zwölf Stunden gibt es als Deluxe-Variante. Rechnet vom Eröffnungstanz weg: Wer um 21 Uhr beginnt und bis 4 Uhr feiert, braucht sieben Stunden - unabhängig davon, was das Paket heißt.
Ist Lichttechnik im Preis enthalten?
Nicht immer, und das ist der häufigste Unterschied zwischen zwei ähnlich teuren Angeboten. Bei dem genannten Anbieter enthält das günstigste Paket nur Tontechnik, Licht kommt erst im nächsthöheren dazu. Fragt danach ausdrücklich, sonst steht am Abend eine gut klingende, aber unbeleuchtete Tanzfläche.
DJ oder Band - was ist besser?
Das entscheidet weniger der Geschmack als die Rahmenbedingungen. Eine Band braucht Platz, Strom, Pausen und erzeugt eine Lautstärke, die manche Locations nicht zulassen. Ein DJ spielt durchgehend, passt sich der Stimmung an und deckt jede Musikrichtung ab. Wer beides will, nimmt eine Band für die erste Hälfte und einen DJ danach.
Wann bucht man den DJ?
Sechs bis zwölf Monate vorher, für Sommersamstage eher früher. Gefragte DJs sind wie Fotografen an einem Termin nur einmal verfügbar - anders als etwa die Konditorei, die mehrere Aufträge am selben Tag erfüllen kann.
Was kostet die Anfahrt?
Viele Anbieter inkludieren eine Anfahrt bis zu einer bestimmten Entfernung - bei dem genannten Anbieter bis 50 Kilometer. Bei Locations im Gebirge oder abgelegenen Weingütern kommt darüber hinaus eine Anfahrtspauschale dazu, gelegentlich auch eine Nächtigung. Klärt das mit der Adresse, nicht mit dem Ortsnamen.